Full text: Der Inn-Isengau 34. Heft 1933 (34. Heft / 1933)

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allmählich in der Kleinwelt des Hofmarkswesens. Es 
wurden ständig von den Rentämtern Berichte von den 
Landgerichten eingefordert über die Verhältnisse der Hof 
marken. Grenzbeschreibungen allerdings lassen noch lange 
auf sich warten. Bald nach dem Regierungsantritt des 
kraftvoll regierenden Herzogs (später Kurfürsten) Maxi 
milian I. aber werden neben Beschreibungen der Land 
gerichtsgrenzen auch Grenzbeschreibungen der Hofmarken 
angefordert. Am 13. März 1606 erging zum wieder 
holten Male vom Rentamt Burghausen die Aufforderung 
an das Landgericht Kraiburg, zu berichten, wie weit sich 
der „Hofmarchsgezirk" der Hofmarken im Gericht Krai- 
burg erstreckt. Der Pfleger von Kraiburg mußte zurück 
melden, daß „bey hirigem Gericht einige Beschreibung 
der Hofmarchgrenzen nit vorhanden gewest, sonder hab 
solche erst durch meinen zugeordneten Grichtschreiber dem 
gemeinen Landsgebrauch nach, zu beisein der hofmarchs- 
herrn abgeordneter Diener bereithen, und die Gränitzen, 
wie weit sie dieselben sich anmassen, ordenlich beschreiben 
lassen"-. 
Am 10. und 11. April 1606 wurde die Grenze der 
Hofmark Guttenburg festgestellt und aufgezeichnet. So 
haben wir heute ein gutes Bild des Gebietes, das sich 
an Ort und Stelle auf Grund der genauen Beschreibung 
leicht rekonstruieren läßt. Die Grenzbeschreibung sei da 
her, zugleich als Beitrag zur Flurnamensammlung, im 
Wortlaut wiedergegeben: 
„Wie weit sich der Hofmarchgezürk Guetenburg 
erströckt, den 10. und 11. Aprilis Ao. 1606 fürgenommen: 
Erstlichen wirket vom (Ester 2 am ©aftetg 3 angefangen, und 
im graben hinumb bis in Guettenburgerischen Milpach/ 
1) H.-St.-A., Ger. Lit. Kraiburg, Nr. 1, fol. 301 ff. und Salzburg, 
Hochftift-Lit. 1007. 
2 ) Das, der Gßter - Falltor am Etter (- Zaun); die Hofmark war 
eingezäunt, soweit keine natürlichen Grenzen vorhanden waren. 
Vgl. Schmeller, Bager. Wörterbuch I, SP. löl; Remigius 
Vollmanu, Flurnamensammlung, 4. Ausl. (1926), S. 48. 
3 ) Zu dieser Zeit pinzenauerisch, später von Wolf Josef Graf von 
Tauffkirchen erworben; seit 1905 wird die Ortschaft Gasteig 
Rtalseneck genannt nach dem Erbauer des Schlosses Rlal- 
senech Hans Freiherrn von Malsen (Entschl. des K. Staatö- 
ministeriums des I. v. 28. Rov. 1905, Nr. 24404).
	        

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