Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Die Neuordnung des deutschen Westheeres./ 
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dessen Verbände in der Not der Abwehrschlacht zerrissen worden waren, 
unverzüglich in die Wege geleitet. Mit Beendigung der Kämpfe im Artois 
ließ die Oberste Heeresleitung die in den letzten Wochen von anderen 
Frontabschnitten herangezogenen Verstärkungen wieder zu ihren Armeen 
abbefördern. Die hinter der 4. Armee und im Generalgouvernement Bel¬ 
gien stehende Garde-Kavallerie-Division rollte am 6. Juli nach dem östlichen 
Kriegsschauplatz ab, so daß nunmehr im Westen nur noch die 7. Kavallerie- 
Division verblieb. 
Gleichzeitig ging General von Falke n h a y n daran, von neuem 
eine Anzahl größerer kampffähiger Verbände zu seiner Verfügung hinter 
der Westfront bereitzustellen. Die Ausführung der darauf abzielenden An¬ 
ordnungen dauerte bis in den Ansang des Monats August. 
Während somit eine Festigung und Neugliederung des deutschen 
Westheeres durchgeführt wurde, war seit Mitte Juli eine sichtliche 
Entspannung der Kampflage eingetreten. Noch bis zum 
15. Juli hatte die Nachrichtenabteilung der Obersten Heeresleitung nur 
vereinzelt Anzeichen für die Schwächung der vor der 6. Armee in der 
Gegend von Arras stehenden französischen Kräfte feststellen können. Sie 
nahm bis zu diesem Zeitpunkte an, daß die Franzosen eine neue größere 
Offensive nördlich von Arras oder zwischen Arras und Albert unternehmen 
würden und rechnete damit, daß die in den Kämpfen im Artois stark mit¬ 
genommenen feindlichen Kräfte jetzt zum größten Teil wieder aufgefüllt und 
verwendungsfähig seien. Vom 15. Juli bis Ende des Monats dagegen 
liefen zahlreiche Frontmeldungen vor allem von der 2, und 1. Armee ein, 
die auf eine feindliche Transport- und Marschbewegung nach Süden über 
die Somme hinwiesen. Zudem war Kronprinz Nupprecht auf Grund der 
Ergebniffe der Lufterkundung*) sowie wichtiger Agentennachrichten^) zu der 
Auffassung gelangt, daß der Feind starke Teile aus dem Kampfgebiet des 
Artois zurückgezogen habe; er sprach daher der Obersten Heeresleitung 
gegenüber am 24. Juli seine Ansicht dahin aus, daß nunmehr die „Schlacht 24.bisr8.Iun. 
bei La Vassse und Arras" ihren vorläufigen Abschluß gefunden habe. Zwei 
Tage später drahtete der Chef des Generalstabes des Feld¬ 
heeres zurück: „Eigene Wahrnehmungen der Armee und hierher gelangte 
Nachrichten bestätigen die Ansicht der Obersten Heeresleitung, daß mit 
einem Aufleben der Offensive vor linkem Flügel der 6. Armee vorläufig 
J) Nach Einsatz deutscher Kampfflugzeuge war die feindliche Überlegenheit in der 
Luft nicht mehr so stark fühlbar. 
2) Es handelte sich vor allem um die Nachricht über Ausladung des bisher vor 
der Armeefront befindlichen franz. XX. Korps in Nancy. 
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