Volltext: Die Kriegführung im Sommer und Herbst 1917. Die Ereignisse außerhalb der Westfront bis November 1918. (13. 1942)

Feste Haltung der Staatsmänner der Entente. 
45 
Auge*). Einen solchen aber verhinderten die Gebietsansprüche Italiens, 
dem man für seinen Eintritt in den Krieg vor allem die Brennergrenze, 
ganz Istrien mit Triest und Dalmatien zugesagt hatte. Der Vernichtungs¬ 
wille der Entente galt dem Deutschen Reich. 
Alles in allem erschien die Gesamtlage der Mittelmächte doch wesent¬ 
lich ungünstiger als die eigene. Dazu kam die Hoffnung auf die vom neuen 
Bundesgenossen Amerika erwartete Hilfe, wenn sie auch für den Land¬ 
krieg nicht vor dem Frühjahr 1918 wirksam werden konnte. Die Lage bes¬ 
serte sich noch im Laufe des Juni. In Rußland gelang es Kriegsminister 
Kerenski, unterstützt durch englisches und amerikanisches Geld, wesentliche 
Teile des Heeres wieder soweit in die Hand zu bekommen, daß er für 
Ansang Juli eine Offensive in Aussicht nehmen konnte. In Frankreich 
hatte die Regierung Ribot scharfe Maßnahmen gegen die „defaitistische 
Friedenspropaganda" ergriffen, und General Petain verstand es, die er¬ 
schütterte Mannszucht im Heere allmählich wiederherzustellen2). Die 
Friedensresolution des Deutschen Reichstages wurde als ein innerdeutsches 
Manöver gewertet, die bei ihm zutage tretende Friedenssehnsucht als 
Schwäche ausgelegt. Als Unterlage für Verhandlungen erschien die 
Resolution völlig ungeeignet, wohl aber konnte sie im Zusammenhang 
mit den bolschewistischen und Friedensideen Rußlands auf den Kampfes¬ 
willen des französischen Volkes ungünstig wirken. Sie wurde deswegen 
nach Möglichkeit totgeschwiegen. 
Ende Juni trafen die ersten amerikanischen Truppen in Frank¬ 
reich ein, wenn auch noch nicht zum Einsatz an der Front, so doch als 
propagandistische Sendboten eines 100-Millionen-Volkes, das inzwischen 
begonnen hatte, ein mächtiges Heer zur militärischen Hilfeleistung für die 
Entente auszustellen. Am Balkan gelang es, Griechenland zum Eintritt 
in den Krieg zu zwingen3). 
Am 1. Juli begann die russische Offensive mit einem verheißungs¬ 
vollen Anfangserfolge. Dem stand allerdings gegenüber, daß die jetzt zu 
übersehenden Versenkungsergebnisse des Unterseekrieges im Juni auf die 
bisher größte Höhe von über 680000 Tonnen«) gestiegen waren, während 
em zureichendes Abwehrmittel gegen diese Gefahr noch fehlte,- das Fahren 
m Geleitzügen befand sich erst im Anfang der Entwicklung. So blieb die 
Gesamtlage weiterhin schwierig, doch war man fest entschlossen, den Krieg 
1) S. 18 u. Bd XII, S. 417. 
2) Bd. XII, S. 423f. 
s) Bd. XII, S. 526. 
4) Tatsächliche Versenkungsziffer nach deutschen Nachkriegsberechnungen S. 448.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.