Volltext: Die Zweierschützen im Weltkrieg 1914 - 1918 2. Heft (2. Heft / 1931)

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Mandant Oberleutnant Demmer, besetzt ist. Einer Ba- 
saltkuppe gleich, von mächtigen, steilaufsteigenden 
S'äulenbündeln getragen, steigt diese Höhe trotzig aus 
einem Moränengrunde auf. Feindselig kehrt sie gerade 
uns ihre Steinwände zu, aber unseren Pionieren 
(Bauleiter Fähnrich Wagner) gelang es dennoch, der 
oft senkrecht abstürzenden Rückwand einen Weg abzu 
zwingen, der, jedes Felsband und jede Furche im 
Boden erfassend, in kurzen, steilen Serpentinen zur 
Höhe führt. Unterhalb der Kuppe springt links eine 
Felsstufe vor. Man steht gegen den Feind gedeckt wie 
auf einem Aussichtsplateau. Ties unten schlängelt sich 
eine schwarze Linie durch den Schnee, das Drahtverhau 
der 6. Kompagnie. Kühn steigt der Adlerhorst auf, an 
seinem Fuße überblicken wir die Stellung der 6. Kom 
pagnie und von hier gleitet der Blick über den Potoee- 
sattel und das Gebiet der Vrata. Hier hat das erste 
Geschütz der bei dem Regimente eingeteilten Batterie 5 
des Gebirgs-Artillerie-Regiments Nr. 3 Aufstellung. 
Durch eine Felswand, die wie eine schützende Kulisse 
vorgeschoben ist, wird eben ein 6 Meter langer, waag 
rechter Stollen gebrochen, der dem Geschütze als Stand 
ort dienen soll. Im Schutze der Felswand steht die 
Baracke der Bedienungsmannschaft und die Hütte des 
Kommandanten der Artilleriestellung Oberleutnant 
Hirnschall. Von der Hütte steigt man steil auf und 
gelangt, etwa 40 Meter höher zu eiger zweiten, nach 
rechts gekehrten Felsplatte. Hier steht neben einem 
8 Meter langen, schräg aufwärtsführenden Stollen, 
der beinahe fertig ist, das zweite Geschütz. Beide Ge 
schütze haben sich bei den Angriffsversuchen der Ita 
liener am 20. Juli und 13. September glänzend be 
währt. 
Von der Artilleriestellung führt der Weg im 
Schutze einer langen Steinriegelmauer empor zur 
Höhe. Die rückwärts abfallende Felswand bildet eine 
aufsteigende Mulde, in die sich das Lager schmiegt. Es 
besteht aus zwei Blockhäusern für je 60 Mann, einer 
Küche und einem Verpflegsdepot. In einer Kaverne 
liegt die Offiziersdeckung. Die Feuerstellung, die wie 
das Lager von Oberleutnant Demmer ausgebaut 
wurde, schützt die Stirnseite der Höhe, da die Steil 
wände rechts und links eine Verteidigung erübrigen. 
Nahe dem Lager beginnt ein 100 Schritt langer Lauf 
graben, der teils eingemeißelt, teils aus dicken 
Mauern gebildet ist. An einem Felsloche vorbei, in 
dem eine Hütte für die Bereitschaft steht, führt der 
Graben in die Deckungen, die an der rechten Steil 
wand beginnen. Von hier aus kann die große Tal 
sperre flankierend bestrichen werden. Der Laufgraben 
biegt nun nach links ab und führt zu einem dem 
Graben eingefügten Wachhause für 16 Mann. Das 
Wachhaus durchschreitend, gelangt man durch die jen 
seitige Tür sofort wieder in den Graben, der zum 
linken Flügel der Deckungen führt. Von hier aus ist 
eine Flankierung der linksseitigen Stellungen möglich. 
Nach rechts vorne, in der Richtung gegen den 
Vrsieabschnitt hat die Kanonenhöhe keinen Steilab 
sturz. Wie eine Riesentreppe bauen sich dort wuchtige 
Felsmassen auf, dem Feinde die einzige Möglichkeit 
zum Angriffe bietend, darum schützt diese Seite eine 
Reihe von Deckungen und ein starkes Drahtverhau. 
Ein Maschinengewehr bestreicht die Flügel, im Zen 
trum der Stellung ist ein Scheinwerfer eingebaut. 
Eine vorgeschobene Feldwache sichert gegen Kote 
1960 hin. 
Die sogenannte große Talsperre liegt ein 
gebettet zwischen den Steilwänden der Johnhöhe und 
der Kanonenhöhe. Die Senke zwischen beiden sperrt 
ein Felsenwall, der wenig steil feindwärts abfällt, aber 
in jähem Abfall gegen die eigene Seite in die Tiefe 
stürzt. Hart an der Wand der Johnhöhe läßt der Wald 
ein Tor frei. Ein Lawinenfeld wälzt dort seine Schot 
termassen talwärts. Hinter dem Felsenwalle, jedoch 
hoch über den Lawinengang birgt sich das Lager, das 
aus einer Offiziersbaracke und drei Mannschaftshütten 
besteht. Etwas tiefer liegt ein Verpflegsdepot, die 
Küche und eine Reservedeckung. 
Auf Leiterwegen, die mit Drahtseilen versichert 
sind, erklimmt man die Höhe des Walles. Hier bietet 
sich nun folgendes Bild: Ein Hügel, mit pitoresken 
Felsgruppen bedeckt, senkt sich nach beiden Seiten und 
bildet mit den Steilwänden Gräben. Aus dem Mo 
ränengrunde erhebt sich der Hügel gerade hoch genug, 
um an seinen Felsen die Lawinen sich brechen zu 
lassen, die dann den Weg durch die Gräben nehmen. 
Den Hügel schließen halbkreisförmig die niederen, 
durch Steinmauern verbundenen Deckungen ab. Die 
Anlage im Halbkreis ermöglicht eine Sicherung der 
Gräben durch Flankenfeuer. Den linken Graben sperrt 
wie ein kleines Fort eine isolierte Felsmasse. Hinter 
ihr steht die Deckung für eine Feldwache, welche von 
einem Schwarm bezogen wird. Den Graben sperrt 
ein doppeltes Drahtverhau ab, vor dem ein Minen 
feld liegt. Wo das Drahtverhau an den Hang der Ka 
nonenhöhe anschließt steht ein Horchposten. Patrouillen 
durchstreifen beständig das Vorterrain. Die Talsperre 
schützt zugleich als Vorwerk die Treppe der Kanonen 
höhe, der sie vorgelagert ist. 
Stellungen der 6. Kompagnie. 
Bon einer Rückfallskuppe der Vrata flutet ein 
graues Moränenfeld wuchtig in die Tiefe. Die Mitte 
desselben nimmt ein Lawinengang ein, der von kleinem 
Schotter bedeckt ist, ein Zeugnis für die zermalmende 
Kraft der Schneemassen. Zu beiden Seiten heben sich 
größere Felsblöcke, zwischen denen sich dunkle Knie 
föhren herausringen. Die beiden mächtigen Basteien 
der Kanonenhöhe und des „Adlerhorstes" flankieren 
den Graben. Quer über denselben spannen sich die 
Kampfstellungen der 6. Kompagnie. Sie sind die ge
	        

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