Volltext: Der Sammler 17. jahrg. 1921 (1921)

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verbunden waren, so kann man über das Wieder 
aufleben des Interesses für unseren heimatlichen 
Verein nur erfreut sein. 
Die Schenkungen an das Stadtmuseum 
beginnen im abgelaufenen Jahre mit Nr. 5671 
und schließen mit 8823. Auch diese übersteigen 
die Zahl aus dem vorgegangenen Jahre. 
ES sei im besonderen aus der Reihe von Schen 
kungen angeführt: Von Herrn Finanzwachoberkom. 
Steinbruckner in Haibach eine alte Zimmer-Holz- 
feuerspritze, Hand- und Fußfesseln, eine Sigil- 
lierungshebelmaschine für Baumwollgarne. Die 
Photographien sämtlicher Kunstdenkmäler des 
ehemaligen Klosters Suden von Herrn Pinter. 
Ein bemaltes HauSbrett, die Krönung Mariens 
darstellend, von Herrn Frankenberger, St. Florian. 
Jetton-Gedenkmünze an die Hungersnot 1816/17 
aus Silber von Herrn Dr. M. Spanlang. Kriegs 
manifest des Kaisers Franz Josef I. „An meine 
Völker 1866", von demselben. Lochaxt, prähi 
storischer Fund aus der Pfahlbauzeit. Fundort 
Bahnhof Schärding, von Herrn Lehrer Feil. 
Ein besonders schönes und interessantes Stück 
für die vorgeschichtliche Sammlung der engsten 
Heimat. Stadtplan der Stadt und Festung 
Schärding aus dem Jahre 1742. Dem Original, 
das in der habsburg-lothringischen Fideikommiß- 
Bibliothek erliegt, nachgezeichnet von Herrn 
Schuldirektor Franz Degn. Beigestellt durch Herrn 
Schuldirektor Deubler. Fliegerpfeil vom serbischen 
Kriegsschauplatz von Herrn Mitterhauser. Origi 
nalzeichnungen und Druckbogen vom Schärdinger 
Notgeld, 3. Auflage, von Herrn Primararzt Dr. 
I. Poindecker. Das Prachtwerk „Unsere Heer 
führer", 300 Originalporträts: gezeichnet von 
Hauptmann Buch, von der Stadtgemeinde. So 
genanntes Kanonenkreuz, ans den napoleonischen 
Kriegen 1813/14, von Herrn Oberstleutnant 
Rudolf Kyrle. Abhandlungsschriften über die Alt- 
Jnnviertlerschulden, betreffend die verschiedenen 
Handwerksleute der Stadt Schärding, von Herrn 
Bezirkshauptmann Petrak. Zierlicher Salzlöffel 
aus der Biedermeierzeit, von Frl. A. Hager. 
Zahlreiche Kriegserinnerungen, russische Münzen 
und Rubelscheine. Verschiedene Photographien, 
darunter 6 Hochwafferaufnahmen aus dem Jahre 
1920 von Herrn Franz Pinter. 
Einen wesentlichen Teil der Tätigkeit des 
Vereines im abgelaufenen Jahre bildete die 
Fertigstellung des DenkmalbildeS an die gefallenen 
und im Kriege verstorbenen Söhne der Stadt. 
Die Uebergabe an die Stadtgemeinde er 
folgte am 6. Mai 1920. Das Genauere hier 
über wurde im Sammler wiedergegeben. Bei 
dieser Rückerinnerung geziemt es sich nochmals, 
aller Spender dankend zu gedenken, sowie der 
Liedertafel Schärding, welche durch die eindrucks 
volle Aufführung des Requiem von Mozart dem 
Tag die Weihe gab. Nicht unerwähnt möge 
bleiben, daß das allgemeine Urteil über die 
lebenswahren Porträts ein günstiges ist, und 
daß auch der künstlerische Aufbau den allgemeinen 
Beifall findet. Die Gesamtkosten des Denk 
males sind 7000 Kronen. Der Betrag wurde durch 
freiwillige Spenden gedeckt. Die Arbeiten behufs 
Wiederherstellung des Subener Reliefs sind noch 
nicht in Angriff genommen worden, doch sind 
die Vorbereitungen bereits soweit gediehen, daß 
das Jahr 1921 die Vollendung bringen wird. 
Die Eisenrahmen für die großen Ovale sind 
fertiggestellt und ein Faß Gips steht bereits 
zur Verfügung. Dem Verein erwachsen hiedurch 
keine Ausgaben. 
Eine an sich nicht in die Augen springende 
mühevolle und daher zeitraubende aber für das 
Museum sehr wichtige Arbeit ist geschehen in der 
Reinschriftlrgung des Hauptkataloges des Muse 
ums. Der Verein dankt dies dem Staatsdenk 
malamte, das die Abschrift kostenlos in Typen 
druck herstellen ließ. Das umfangreiche Buch 
umfaßt 600 vollgeschriebene/Seiten und beschreibt 
5681 Gegenstände. Es ist ein Nachschlagebuch, 
das nicht nur den Namen des Gegenstandes be 
zeichnet, denselben auch genau beschreibt, sein 
Herkommen verzeichnet, im gegebenen Falle dessen 
Beziehungen zur Stadt- und Familiengeschichte 
festhält, den Namen des Spenders nennt und 
auch anmerkt, wenn ein Gegenstand unter Vor 
behalt des Eigentumsrechtes der Sammlung 
einverleibt wurde. 
Dieser Hauptkatalog stellt sich als eine 
Widmung des Staatsdenkmalamtes dar, wofür 
bereits schriftlich der Dank ausgesprochen wurde. 
Betreffs Besuches des Museums ist auch ein 
zunehmendes Interesse zu verzeichnen. Im 
Jahre 1919 hatten 376 zahlende und 410 
nichtzahlende, zusammen 736 Personen das Mu 
seum besucht. Die Einnahmen hiefür betrugen 
313 Kronen. Im abgelaufenen Bereinsjahre 
waren 863 Zahler und 478 Nichtzahler im 
Museum, zusammen 1041 Personen. Durch die 
erhöhte Eintrittsgebühr ergab sich ein Betrag von 
876 Kronen und Trinkgelder wurden gegeben 
278 Kronen, zusammen 854 Kronen. Der Beschluß 
der letzten Jahresversammlung wegen Renovierung 
der Hausbilder in der Stadt, konnte der hohen 
Kosten halber noch keine Verwirklichung stnden, 
da aber die Notwendigkeit raschen Handelns 
immer deutlicher hervortritt, so muß es das Be 
streben des Vereines sein, die Wiederherstellung 
der schadhaften Bilder in die Wege zu leiten. Das 
Erscheinen deS Sammler ist dank freundlicher 
Spenden und in Erwartung der alljährlich ge 
währten Subvention für das Jahr 1921 ge 
sichert. Wohl kann derselbe aber auch nur alle 
3 Monate erscheinen. 
Der Sammler auS dem Jahre 1920 bringt 
vor allem eine weitausgreifende heimatkundliche 
Studie aus der Feder I. E. Lamprechts, die bis jetzt, 
weil nicht veröffentlicht, unbekannt geblieben ist.
	        
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