Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

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Die Kämpfe an der russischen Front: Vrussilow-Offensive. 
Gruppe Marwitz lagen „nach vorsichtiger Schätzung" über 12 000 tote 
Rüsten'). 
Am Abend des 16. September meldete der Oberbefehlshaber 
Ost der Obersten Heeresleitung, er sähe die Lage bei der Heeresgruppe 
Linsingen wie auf dem Südflügel bei der ö.°u. 2.Armee „durchaus zuver¬ 
sichtlich" an. Als darauf am folgenden Tage die Heeresgruppe Erzherzog 
Karl um Unterstützung bat, um sie der heftig angegriffenen Südarmee zuzu- 
führen, stellte er die bei Lemberg bereitgestellten Teile (ein Regiment nebst 
Artillerie) der 49. Neserve-Division zur Verfügung^). 
Nach dem schweren Aderlaß des 16. September setzte der Gegner seine 
Angriffe an den beiden folgenden Tagen nicht fort, abgesehen von 
schwächeren Angriffsversuchen bei der 10. Landwehr-Division, die aber 
bereits im Feuer der Artillerie erstickt wurden. Cs lagen Nachrichten vor, 
daß er das im Räume von Luek eingesetzte IV. sibirische Korps hinter die 
Front gezogen habe. 
Unterdessen nahm bei der Armeegruppe Bernhard i eine aus 
preußischen, bayerischen und österreichisch-ungarischen Truppen zusammen- 
M Se't«nber Öe^e Angriffsgruppe unter General Clausius am 18. September einen 
e em er. über den Stochod vorgeschobenen russischen Brückenkopf. Der 
Gegner verlor mehr als 2500 Gefangene sowie 17 Maschinengewehre. 
Am 19. September nahmen die Russen ihre Durchbruchsversuche gegen 
die Gmppe Marwitz wieder auf, die sie durch starkes, bis zum Trommel- 
feuer gesteigertes Artilleriefeuer vorbereiteten. Im Abschnitt Pustomyty— 
Szelwow wurden sie verlustreich abgewiesen; in den übrigen Abschnitten 
waren ihre Truppen unter dem wirksamen Abwehrfeuer augensichtlich nicht 
zum Angriff zu bringen, auch nicht, als russische Artillerie ihre eigenen 
Gräben mit Feuer belegte. Anter Benutzung der Dunkelheit begann der 
Gegner am folgenden Tage von 4 Ahr früh an mit einheitlichen Angriffen 
gegen fast die ganze Front der Gruppe Marwitz. Er setzte Massen von 
Infanterie ein; es kam zu erbitterten Kämpfen. Räch Gefangenenaussagen 
sollte unter den Augen des Zaren, der selbst an der Front weilte^), der 
Durchbruch auf Wladimir-Wolynsk und damit der Fall von Kowel er- 
zwungen werden. Gefangene, insgesamt 760, waren von je zwei Regi- 
mentern aller Garde-Divisionen, der 15. Division (VIII. Korps) und der 
2. und 4. Schützen-Division (XXXX. Korps). Einbrüche beiderseits von 
*) Kr. Tgb. der Hgr. Linsingen. 
2) Je ein weiteres Regt, befand sich bei der ö.-u. 2.Armee (Gruppe Eben) und 
der Hgr. Linsingen. 
3) Ob diese Angabe zutreffend war, war nicht festzustellen.
        

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