Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

560 Die Verfolgung der Heeresgruppen Mackensen und Prinz Leopold. 
7700 Mann, wovon nahezu 6000 Mann, meist rumänischer Nationalität, 
in Gefangenschaft gerieten. Nachdem durch Einsah deutscher Reserven die 
Lage wiederhergestellt war, übertrug Generaloberst von Woyrsch dem ö.°u. 
Korps einen mehr nördlich gelegenen, feindlichen Unternehmungen weniger 
ausgesetzten Abschnitt. Am 10. November wurde der rechte Flügel der 
Heeresgruppe noch um zwölf Kilometer nach Süden ausgedehnt. 
Schon eine Woche bevor die Verfolgungsoperation der Heeresgruppe 
Prinz Leopold zum Stillstand gekommen war, hatte bei der Heeres- 
gruppe Mackensen die Bug-Armee das ihr übertragene Sonder¬ 
unternehmen, den Stoß auf Pinsk, erfolgreich durchgeführt. Am 
3.6t8 3. September war der Feind ihrem umfassend gedachten Angrifft) nördlich 
7. September. Dniepr—Bug-Kanals in östlicher Richtung ausgewichen. In zwei 
Gruppen unter Befehl der Generale von Gerok und von Conta frontal nach¬ 
stoßend, erreichte die Armee die Linie Zarzeczka—Chomsk und weiter nord¬ 
westlich die Iasjolda. Am 6. September wurde die nach Osten gerichtete 
Kampfstont durch den Sturm der 107. Infanterie-Division auf Drohiczyn 
bis in die Linie Osowee—Vezdziez vorwärts getragen. Infolge der großen 
Entfernungen von den Vahnendpunkten Wlodawa und Viala begann jetzt 
aber auch hier der Nachschubdienst in empfindlicher Weise zu versagen. Die 
Etappe vermochte mit ihren geschwächten Kolonnen ausreichende Muniston 
und Verpflegung auf den zerstörten Straßen und versumpften Wegen nicht 
mehr vorzubringen. So konnte die Bug-Armee dem Feinde zunächst nur 
noch gemischte Abteilungen nachsenden. Bereits am 5. September hatte 
sich der Generalstabschef der Heeresgruppe Mackensen veranlaßt gesehen, 
der Obersten Heeresleitung eingehend über den Zustand der Truppe zu 
berichten. Diese habe den hohen Anforderungen an ihre physische und 
moralische Kraft während der langen Zeit der Kämpfe voll entsprochen und 
sei stets zuversichtlich und angriffsfreudig geblieben. Aber sie wünsche doch 
wenigstens die Möglichkeit zu einer kurzen Ausbildung ihres Nachersatzes, 
bester noch eine Ruhepause, da die monatelangen, verlustreichen Kämpfe und 
Märsche in schwierigstem Gelände und unter größten Entbehrungen 
aller Art erheblich an ihrer Kraft gezehrt hätten. Die Geschütze seien stark 
ausgeschossen, geradezu bedenklich aber sei in der letzten Zeit der Zustand 
der Pferde sowohl bei der Truppe wie bei den Kolonnen namentlich durch 
den andauernden Mangel an Kraftfutter geworden. 
!) S. 554.
	        
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