Full text: Die Geschichte des jüdischen Volkes in Europa (5, Europäische Periode ; Das späte Mittelalter ; 1927)

§ 7. Die Not der englischen Juden unter Heinrich III. 
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die altgewohnte Ausbeutung mit neuer Kraft ein und zugleich er 
wachte auch wieder der ungestüme Drang der Juden nach Auswande 
rung. Dies veranlaßte Heinrich III., die Verfügungsgewalt über die 
Juden seinem Sohne, dem künftigen König Eduard I. zu übertragen, 
der seinerseits die auf den Juden lastenden Abgaben den italienischen 
Geldwechslern, den sogenannten „päpstlichen Wucherern“ oder „Ca- 
horsins“, verpachtete (der Name rührt von der im Süden Frankreichs 
gelegenen Stadt Cahors her, in der sich eine ihrer Hauptbanken be 
fand). Diese christlichen Kaufleute betrieben ihr Geschäft in Eng 
land in derselben Weise wie ihre lombardischen Landsleute in Frank 
reich: ungeachtet des kirchlichen Zinsverbotes verstanden sie es, auf 
dem Umwege über allerlei Fiktionen sogar noch höhere Zinsen einzu 
heimsen als die Juden. Zu ihren Schuldnern gehörte der König selbst, 
die Prinzen und der höchste Adel. Sie waren es nun, denen als Sicher 
heit für eine dem König gewährte Anleihe die Steuereintreibung bei 
den Juden, ihren Rivalen im Geldhandel, überlassen wurde, und die 
durchtriebenen Italiener nahmen selbstverständlich keinen Anstand, 
aus der günstigen Sachlage den größtmöglichen Nutzen zu ziehen 
(1265). Es mag nicht unerwähnt bleiben, daß auch der christliche 
Mittelstand unter der fiskalischen Raubwirtschaft nicht wenig zu lei 
den hatte. Es wütete nämlich in England um jene Zeit ein unausge 
setzter Kampf um die Macht zwischen dem königlichen Despotismus 
und der parlamentarischen Adelsoligarchie, und die besteuerten Stände 
waren es, die die Zeche zu zahlen hatten. 
Der Kampf Heinrichs III. gegen die Aristokratie führte in dem 
letzten Jahrzehnte seiner Regierung zu einem offenen Aufruhr der 
Barone, an dessen Spitze sich Simon Montfort II. stellte (der Sohn 
des gleichnamigen Bezwingers der ketzerischen Albigenser). Der 
Bürgerkrieg, der das Land für einige Jahre (1262—1265) der Oli 
garchie der Barone auslieferte, forderte auch von den Juden nicht 
geringe Opfer. Die bei ihnen verschuldeten Barone legten die jüdi 
schen Häuser in Trümmer und vernichteten die dort sowie in den 
Schatzkammern aufbewahrten Schuldbriefe. Als die Baronenarmee im 
Jahre 1262 in London einzog, kamen bei der hier angezettelten Hetze 
etwa siebenhundert Juden ums Leben. Zum Schauplatz ähnlicher Het 
zen, die gleichfalls nicht ohne Menschenopfer abliefen, wurden so 
dann auch die Städte Worcester, Northampton und Lincoln (i2Ö3 
bis 1266). Der Anführer der Aufständischen, Montfort, entband die 
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