Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

O. B. Ost: Abwehrkämpfe der Hgr. Linsingen. 
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Erfolge zu bringen. Die Einbruchsstelle bei Korytniea blieb allerdings in 
etwa drei Kilometer Breite und ein Kilometer Tiefe bestehen. Die Ver- 
luste der Russen waren schwer, darunter 1100 Gefangene. Sie waren aber 
auch auf feiten der Verteidiger nicht gering; die in die österreichisch-unga¬ 
rische Front eingeschobenen sowie als Reserven in den Kampf geworfenen 
deutschen Bataillone hatten in der Abwehr und bei Gegenstößen erheblich 
gelitten. 
Der Oberbefehlshaber Oft hatte den größten Teil seiner 
Reserven der ö.-u. 2. Armee und der Heeresgruppe Linsingen zugeführt, so 
daß ihm selbst nur noch einige Bataillone zur Verfügung standen. Um 
sich neue Reserven zu schaffen, konnte er nur einzelne Regimenter heraus- 
ziehen. Er nahm trotz der beträchtlichen früheren Abgaben weitere zwei 
Regimenter von der Armeegruppe Gronau und der .Heeresgruppe Woyrsch 
nach Brest Litowsk, eines aus der Front bei Mitau nach Grodno. Dort 
war der von Generaloberst von Eichhorn erwartete Angriff bisher aus-- 
geblieben, doch mußten angesichts der starken russischen Kräfteansammlung 
auch weiterhin Reserven bereit gehalten werden. Größere Sorge ver- 
ursachte die Lage auf dem äußersten Südflügel, der durch den Einbruch 
am Nordflügel der Südarmee in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auf 
Bitten der Obersten Heeresleitung, die in der Nacht zum 3. September auf 
die sehr ernste Lage bei der Südarmee hinwies, ließ er von seinen geringen 
Reserven fünf Bataillone und drei Batterien hinter den rechten Flügel der 
ö.-u. 2. Armee abbefördern. 
Bei der Heeresgruppe Linsingen blieb die Lage gespannt. Gegen ihre 
Armeegruppe Bernhardi setzte der Gegner seine Annäherungsarbeiten eifrig 
fort. Flieger stellten am 4. September den Antransport von Kräften auf *• "s 
der von Sarny heranführenden Bahn fest. Generaloberst von Linsingen ^September, 
rechnete mit einem Angriff an dieser Stelle. Da stellte die Oberste Heeres- 
leitung die neue Forderung, sogleich die nötigen Teile, vor allem an Insan- 
terie, aus der Front zu ziehen, um drei neue Divisionen (216. bis 218.) 
aufzustellen. Dazu mußten die Heeresgruppe Eichhorn vier, die Heeres- 
gruppe Woyrsch drei, die Heeresgruppe Linsingen zwei Regimenter stellen. 
Außerdem aber waren bereits am 6. September die 89. Infanterie- 
Division der Heeresgruppe Woyrsch und die ungarische 37. Infanterie- 
Division der Heeresgruppe Linsingen für Siebenbürgen abzugeben'). Regi- 
menter oder auch Bataillone mußten künftig genügen, um an der eigenen 
Front dringende Gefahr abzuwehren oder die Lage wiederherzustellen. 
0 Insgesamt waren damit seit Ende August abzugeben: Gen. Kdos. des I., 
XXV. und XXXIX.R.K. (als Ersatz war das neugebildete Gen.Kdo. z.b.V. 
Nr. 53 überwiesen), ferner 89. I. D., ung. 37. I. D., Stab der 3. K. D., Leib-Hus. Br.
        

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