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hohen senkrechten Felswand entlang führt und in den
alten Weg einmündet. Dieser Weg führt vorbei an «den
auf massiven Stützmauern ruhenden Unterkünften eines
Neservezuges der 2. Kompagnie, der gegenwärtig an
der Herstellung des Weges arbeitet und dessen Aufgabe
im Winter seine Erhaltung sein wird. Kommandant
dieser Abteilung und Bauleiter ist Fähnrich Wagner,
dem unsere Stellung manche Wege und Verteidigungs
anlagen zu danken hat.
Dev Weg führt von der Rückfallskuppe zur Hütte
des Bataillons-Kommandanten Major Krauß. Hier
herrscht rege Bautätigkeit. Ein Bataillons-Hilfsplatz
ist im Bau, daneben wird ein Blockhaus für einen
Halbzug (Bataillonsreserve) gebaut. Da der Stand
punkt des Bataillonskommandos den Graben flan
kierend beherrscht, tst die Stellung dieses Halbzuges
eine günstige Flankierunganlage, die im Falle eines
Durchbruches den Gegner aufzuhalten hat. In diesem
Falle würde auch der Zug unterhalb Kote 1288 flan
kierend eingreifen.
Oberhalb des Bataillonskommandos teilt sich der
Weg und führt rechts ''in die Mulde zwischen Lipnik
und Kote 1776, links in Serpentinen zur Felsenburg
auf dem Teufelsfelsen empor. Eine Beschreibung der
beiden Abschnitte möge den Ausbau derselben zeigen.
Stellung Buresch und Neumann.
Von der Brücke zwischen Vrsie und Teufelsfelsen
streicht, wie schon erwähnt, eine Schutthalde im Winkel
von 30 Grad herab und steigt sanft an gegen die Mulde
zwischen Lipnik und 1776. Hier ist dem Gegner der
Weg zum Angriffe auf das erste große Einfallstor
unserer Stellung gegeben. Die Stellungen der Kom
pagnie Buresch mußten -also derart angelegt werden,
daß sie nicht nur im Verein mit der Kompagnie Neu
mann das Tal sperren, sondern auch die Brücke und
die Hänge des Vrsie bestreichen können.
Wer vom Regimentkommando zu diesen Stellungen
empor steigt, der wird Zeuge eines seltsamen Kontra
stes. Dort unten regengrauer und dennoch buntfär-
biger Spätherbst, hier oben tiefer, weißer nebelumspon
nener Winter. Die ganze Talmulde ist ein riesiges
Felsenlabyrinth. In welchen Linien liegt ein Schnee
mantel über den schroff zerrissenen Formen, Schnee
leuchtet aus den roten Wäldern am Berghange,
Schnee in unermeßlicher Fülle, dehnt sich in das Grau
der Nebel hinein, die dichter und dichter sinken. Da
leuchtet ein Lichtlein rosig aus dem Nebel, bei der
nächsten Wegbiegung taucht ein zweites, drittes, viel
tes auf und ein gellender Juchzer verfolgt von der
Meute des vielstimmigen Echo, springt von den Wän
den nieder. Wir sind im Lager.
Das Lager ist gedeckt in einen Felswinkel des Lip-
nikhanges hinein gebaut. Es besteht aus 11 Hütten,
zwei Küchen und einem Verpflegsdepot. Von hier aus
gelangt man auf einem vollkommen gedeckten Wege
in die Muldenstellung. Ihr rechter Flügel ist vom er
sten und zweiten Zug bezogen, den linken Flügel, des
sen Deckungen sich jenseits der Mulde hinter einer hoch
getürmten Felswand verbergen, hält der 3. und 4. Zug
besetzt. Die Muldenstellung ist geschützt durch ein
Drahtverhau von spanischen Reitern. Vor dem Draht
verhau liegen Tretminen, zwischen dem Verhau und
den Steinmauern der Kampfstellungen sind Fallschlin
gen gelegt. Etwa 100 Schritte von dem rechten Flügel
der Muldenstellung ist eine halbkreisförmige Deckung
gebaut, «welche von der Feldwache 6 bei Nacht und
Nebel bezogen wird.
Die Höhenstellung erhebt sich über die Mulde, wie
das Vorwerk einer Burg. Senkrecht streben die Fel
sen auf, senkrecht stürzen sie über den Vrsie wieder ab,
auf den Höhen mehrere etagenförmig übereinander
liegende Plattformen bildend. Hier liegen in immer
überhöhenden Stellungen vier Feldwachen. Die Feld
wache 4 liegt auf einer Terrasse am Süostabhange
des Felsens. Hiev sind wie Schwalbennester drei Bal
köne aus Sandsackmauern als Deckungen für die Ve-
detten in die Felsen hineingebaut. Hinter den Felsen
birgt sich in einem liefen Loche ein granatsicherer,
heizbarer Unterstand. Von hier aus führt ein schmaler,
gefährlicher und vollkommen eingesehener Weg zur
Feldwache 3 empor, die indes sicherer vom Lager zu
erreichen ist.
Der Weg, der vom Lager zur Höhenstellung führt,
ist von phantastischer Kühnheit und erinnert an eine
Freischützszenerie. An einem senkrechten Fels führen
Leitern empor und plötzlich steht man vor einer Fels-
höhle. In sie hinein fügt sich eine Bretterhütte, das
Heim des Fähnrichs Wagner, des Erbauers des Fels
weges, der Höhenstellung und der künftigen Winter-
stellung. Von der Höhle führt ein schmaler Weg an
der Wand vorbei zu einem Plateau, auf dem der fünfte
Zug in drei Hütten seine Reservestellung hatte. Bon
hier blickt man empor zur Feldwache 3, die gedeckt
auf einem hochgelegenen Plateau postiert ist. Schwin
delnd steil steigt ein Leiterweg etwa 30 Mter hoch
empor. Noch ein paar Meter höher gelangt man wie
der über eine Leiter zum höchsten Plateau der Fels
gruppe. Hier wurde ein Tagesstandpunkt ausgebaut,
der jedoch nur im Falle eines Alarmes bezogen wird.
Eine Sandsackmauer baut diese unbezwingliche Höhe
wie das Plateau eines Wartturmes aus. Von hier aus
beherrscht man die Mulde und das Tal zwischen Vrsie
und Lipnik, bestreicht den Kamm und die Hänge des
Vrsie und kann selbst in einen Kampf der 2'1er flan
kierend eingreifen. Von hier aus übersieht man die
ganze Muldenstellung und die tiefer liegenden Feld
wachen 5 und 4 und blickt hinauf zu den Feldwachen
2 und 1, welche auf noch höheren Kuppen des Lipnik-
hanges liegen. Wie hier geschildert, stellte sich die