Full text: Städtische Wohnungspolitik [21/22]

Kriegerheimslätten. 
In dieser Hinsicht hat im Laufe des Krieges in Deutschland 
eine große Bewegung eingesetzt, welche bald auch nach Österreich 
übergegriffen hat. Es sind dies die Bestrebungen nach Schaf¬ 
fung von Kriegerheimstätten. Die Gemeinde Wien hat sehr 
bald die Wichtigkeit dieser Bestrebungen erkannt und nach ein¬ 
gehender Prüfung sich entschlossen, in doppelter Weise an der 
Verwirklichung dieser Idee mitzuarbeiten. Zunächst hat die 
Gemeinde für die Errichtung der Kriegerheimstätten allgemeine 
Grundsätze aufgestellt, welche auch heute noch, nachdem sich 
die verschiedensten Körperschaften mit dieser Frage befaßt 
haben, in allen ihren wichtigsten Forderungen als richtig erkannt 
sind. Die Gemeinde Wien hat sich aber nicht mit dieser theo¬ 
retischen Feststellung begnügt, sondern sie ist selbst ans Werk 
geschritten und hat die Schaffung einer großen Siedelung 
in Aspern nicht nur angeregt, sondern in einer Weise gefördert, 
daß deren Erbauung nunmehr gesichert ist. 
Das, was die Idee der Kriegerheimstätten vor allen 
anderen wohnungspolitischen Bestrebungen auszeichnet, ist, 
daß sie nicht an der Oberfläche haftet, sondern allen Fragen, 
die mit dem Problem verbunden sind, nachgeht und uns vor 
allem klar gemacht hat, daß wir in der Wohnungspolitik eigentlich 
nur einen Bruchteil der BevölkerungsPolitik vor uns haben. 
Bevölkerungspolilik. 
Bevölkerungspolitik im großzügigen Maße strebt die 
Kriegerheimstättenbewegung an. Die wichtigste Friedens- 
aufgäbe nach dem gegenwärtigen Kampfe, so sagen die von 
der Gemeinde aufgestellten Grundsätze, bildet es, die heim¬ 
kehrenden Krieger durch planmäßige Ansiedelung in ihrer 
Heimat bodenständig zu machen. Es wird also Stadt und Land 
ins Auge gefaßt, das ist schon äußerst wichtig. Jede städtische 
Wohnungspolitik ist von vornherein zur Unfruchtbarkeit ver¬ 
dammt, wenn nicht Hand in Hand mit ihr eine Ansiedelungs¬ 
politik auf dem Lande vor sich geht. Ich habe schon vorher er¬ 
wähnt und betone es nochmals, gegenüber einer etwa ein- 
27
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.