Full text: Drama und Theater in Österreich ob der Enns bis zum Jahre 1803

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Wie lange Sebastiani hier in Linz spielte, ist nicht genau zu 
ermitteln; im Jahre 1764 debütierte bei ihm noch Schimann als 
Myrtell in Gelleris „Band“ und im selben Jahre soll er in Mainz 
mit Schröder als Lustigmacher gespielt haben.1) 
Im Jahre 1765 
wurde das Theater gleich 
allen anderen des Reiches 
wegen des Todes des 
Kaisers Franz I. für ein 
Jahr geschlossen. 
Nach Ablauf der 
Sperre berief der Adel 
von Linz den bekannten 
Wiener Josef Weid¬ 
mann,2) der dann hier 
die Rolle des Bernardons 
vertrat. 
Während es in dieser 
Zeit selbst bedeutende 
Kräfte des „regel¬ 
mäßigen“ Stückes, wie 
z. B. die Schauspielerin 
Mad. Körner, die 1769 
hi eh er kam,3) m it knapp er 
Not zu einem Achtungs¬ 
erfolge brachten, wurden 
Leute wie Brunian mit 
seinem alten, unverwüst- 
Die Schauspielerin Edmunda Scholz, geb. Tilly lichen Hanswurst pre 
(Nach einem Stiche in der Wiener Hofbibliothek.) hailSer mit Jübel be¬ 
grüßt.4) 
Der nächste Direktor, den die adelige Impresa engagierte, 
war Max Scholz (1744—1800),5) der im Jahre 1772 die Linzer 
Bühne übernahm und sich um die Reform derselben große Ver- 
auch, freilich schlecht genug, wie Zeitgenossen berichten, als Ophelia in der 
Szene mit Hamlet: Sei keusch etc. dargestellt hat. 
*) Nach Ooedeke, Grundriß2, 5. Bd. Dresden 1893, p. 239. 
2) Weidmann hatte schon unter Sebastiani hier gespielt. (Im Jahre 1772 
ging er von Linz nach Graz. De Luca, Das gelehrte Österreich, p. 391.) 
3) De Luca, p. 371. 
4) 0. Teuber, a. a. 0., II., p. 17. 
5) De Luca, p. 385.
	        

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