Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [1]. Die Ereignisse im Winter und Frühjahr (7. 1931)

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Der Feldzug im Westen bis Mitte April 1915. 
Die Kampftätigkeit an der Westfront blieb bis Ende Januar gering. 
Lediglich die französische Offensive in der Champagne, deren Fortführung 
von General Ioffre ausdrücklich befohlen war, wurde unter Einsah weiterer 
Teile des I. Korps fortgesetzt. Außer geringem Geländegewinn bei 
Massiges und Veaussjour wurden bis Ende des Monats keine größeren 
Erfolge erzielt. In den Vogesen, am Priesterwald, auf den Maas-Höhen 
südlich Verdun und in den Argonnen wurde weitergekämpft, wobei gegen 
Ende des Monats der linke Flügel der 3. Armee in den Argonnen in eine 
bedenkliche Lage geriet. 
Im Abschnitte der Engländers erfolgte am Südflügel beiderseits des 
Kanals von La Vassee am 25. Januar ein deutscher Vorstoß, der bei 
Cuinchy zum Verlust einiger Gräben führte, im übrigen aber abgewiesen 
wurde. Hinter der Front des Expeditionskorps war Mitte Januar die 
28. Infanterie-Division eingetroffen; sie wurde bis Ende des Monats noch 
nicht eingesetzt. 
Auf der belgischen Front spielten sich keine bedeutsamen Kampf¬ 
vorgänge ab. 
Angesichts der Lage auf dem russischen Kriegsschauplatz^) hielt General 
I o f f r e es Anfang Februar nicht für unwahrscheinlich, daß die Deutschen 
jetzt den Schwerpunkt nach dem Osten verlegen würden. Cr entschloß sich, 
die augenblickliche eigene Überlegenheit (1a suporiorits numorimw 
aetuslls)^) an der Westfront auszunutzen, um nunmehr außer der bereits 
angeordneten Offensive in der Champagne auch eine solche im Artois zur 
Abschnürung des ganzen dazwischen liegenden deutschen Frontbogens 
durchzuführen^). Zu diesem Zwecke sollte die 10. Armee im Artois vor¬ 
stoßen, um sich der beherrschenden Höhen bei Vimy, Lens und Pont 
a Vendin zu bemächtigen; gleichzeitig sollte auch aus Arras heraus an¬ 
gegriffen werden. Die für diese Unternehmung erforderlichen Ver¬ 
stärkungen sollten durch Ablösung der nördlich des britischen Expeditions¬ 
korps stehenden französischen Korps gewonnen werden. Bis dahin mußte 
indessen geraume Zeit vergehen; vorläufig ließ sich nur der Angriff in der 
Champagne durchführen. 
*) Beim britischen Expeditionskorps wurde am 25. Januar der Chef des 
Generalstabes, Generalleutnant Sir A. Murray, durch Generalleutnant Sir 
W. R. Robertson erseht. 
2) S. 143. 
-) Franz, amtl. Werk, III, S. 10. 
0 Band VI, S. 384.
	        
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