Verfolgungskämpfe der 2. Armee bei Przedbórz und Sulejów
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Zange zu nehmen, wenn das Korps Gallwitz gleichzeitig gegen Nord vor¬
stieß1). Böhm-Ermolli wurde daher am 16. spät abends von Woyrsch be¬
auftragt, die Verfolgung zwar nach Osten fortzusetzen, jedoch eine Divi¬
sion über Tomaszów auf Lubochnia vorzutreiben.
Hiefür wurde die l.GRD. bestimmt und dem GO. Mackensen unter¬
stellt. Sie nahm am 17. mit dem auf dem Südflügel der 9. Armee befind¬
lichen Kavalleriekorps Frommel die Richtung überWolborz gegen den
Rücken der noch westlich von der Rawka befindlichen feindlichen Korps.
Indes hatte der Russe schon in der Nacht auf den 17. den Rückzug hinter
die Rawka angetreten. GO. Mackensen setzte sofort die 1. GRD. und
die Kavallerie Frommeis zur Verfolgung links von der Pilica auf Nowe
Miasto und Grójec an; mit vier Korps seines rechten Flügels wollte er
dem Feinde gegen Osten folgen, während vier Korps des linken Flügels
über die Bzura bis zu der von Skierniewice nach Warschau führenden
Bahnlinie vorstoßen sollten, um die Masse der bereits im vollen Rück-
zuge gegen die mittlere Weichsel vermuteten drei russischen Armeen
— 1., 2., 5. — von Norden her zu umklammern2).
Die Armee Böhm-Ermolli vermochte die versumpfte Pilicaniederung
am 17. nur an zwei Punkten zu überschreiten, da alle Übergänge zerstört
waren und die russischen Nachhuten noch das Ostufer verteidigten. Auf
dem linken Flügel beim Korps Gallwitz mißlangen die bei Sulejów unter¬
nommenen Übergangsversuche der 27. ID. und der 9. KD. Dagegen konnte
die 3. KD. oberhalb der Czarnamündung das rechte Flußufer gewinnen.
Vom XII. Korps traf die 16. ID. am Nachmittag vor Przedbórz ein. Das
Vorhutbataillon der Hermannstädter Division stürmte über die halb ver¬
brannte Brücke, vertrieb den Feind und legte des Nachts einen flüchtigen
Brückenkopf auf dem Ostufer an.
In der Nacht auf den 18. zog der Russe aber auch vor Gallwitz ab
und gab den Pilicaabschnitt bei Sulejów frei.
Als Böhm-Ermolli den Rückzug der Russen vor dem linken Flügel
Mackensens erfuhr, erwartete er, weder an der Czarna noch bei Opoczno
auf Widerstand zu stoßen. Er beschloß, den Abzug der Armee E wert
gegen die Weichsel durch eine scharfe Verfolgung zu stören.
Am 18. Dezember zu früher Stunde setzten die Truppen der 2. Armee
auf Kähnen und rasch gebauten Stegen dem Feinde über die Pilica nach.
Gallwitz gelangte mit der 27. ID. und den beiden Kavalleriedivisionen
Hauers auf der Straße nach Opoczno bis Mniszków und in den Raum
*) Reichsarchiv, VI, 307.
2) Ebenda, VI, 309 ff.