Volltext: Mundartliche Dichtungen

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11. 
Herr Pfarrä, wo bleibst? 
Leicht reut's Di gen schon? 
„So oft als D' mäH schreibst, 
stuck i glei wiedä an!" 
I han dar an Vriaf gschickt, 
(vielleicht hat'n Post gschlickt,) 
dm siebzehnten wars, 
wär schad um den Gspoaß. 
Js 's Briafäl nöt kummä, 
aft hat's gen wer gnummä! 
Geh, bitt Di, Bert, röd, 
hast äs kriagt odä nöt? 
Bist härb odä krank? 
Geh, zehn mi nöt lang! 
Urfahr, 28. September 1895. 
12. 
Schau, d' Miaz is's, wahr- 
hafti! 
Der gehts awä mit! 
Sie hat di halt do gern, 
drum laßt's da koan Fried! 
Und weils selm da kaisäling 
Post nöt recht traut, 
hats d' Handschrift vädraht, 
daß md grad ä so schaut! 
Denn d' Angst is's nöt gwön, 
daß da Berti so schnell 
nimm i'n wiedär in d' Hand sein Ansicht väkehrät, — 
und aft brich i'n halt auf! da kennst mi ja, gel? 
*) D' mä — Du mir. — 2) Zsammgschnurrt — zusammenge¬ 
schnürt, eingeschrumpft. — 3) Vähöllt — verhext. 
Was fiag i denn da nu 
auf d' Nacht auf'm Tisch? 
Äm End von än Bettlär, 
an alten, ä Wisch! 
D' Adreß is so gspoaßi 
und d' Schrift is västöllt — 
frei zsammgschnurrt2) sän d' 
Buchstabn, — 
das is do vähöllt3)! 
Zerst lög i'n auf d' Seiten 
und glei wiedä drauf
	        
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