Volltext: Geschichte des Marktes und Curortes Ischl sammt Umgebung

des Jahres J(6\0 8000 Mann „paffauer römisches Kriegs- 
volk herein" und „vagirten biß auf den 1(7. Jenner 
herum mit plindern, Rauben und Stelen, weilen |'y keinen 
Widerstand gehabt." — Sie richteten großen Schaden an, 
zerstörten Traun kirchen und machten viele Leute zu Bettlern. 
von Weihnachten dieses Jahres an war Andre 
Schwärzt längere Zeit hindurch Marktrichter in Ischl, 
der am 2. April J6][5 abermals eine Beschwerde gegen 
die Fleischhauer abhandelte, weil diese — das Gesetz „ganz 
lüderlich in wind schlagen" und „schlechtes Stier- und 
Kuhfteifch ebenso teuer wie guets Gchsenfleisch" verkaufen, 
theils auch ihre „pänkh ganz lehr und das Jahr khaumb 
zwey oder dreymal etwas weniges und nur schlechtes 
Fleisch gehabt haben" ic. „Insonderheit khombt vielfeldig 
für", — heißt es in dieser Beschwerdeschrift weiter — 
„daß sy den Leutten gar rauh und grobe, ja stolze wort 
und den armen ain oder zwey pfnndt Fleisch gar nit geben 
wöllen." — Ueberdies legte man den Metzgern zur Last, 
daß sie an Kirch- und größeren Festtagen das Gchsenfleisch 
mit schlechtem Stier- und Kuhfteifch mengen und ein zu 
geringes Gewicht haben! 
Das Marktamt erließ nun ein Dekret, welches die 
angeführten Klagepunkte mit „strenger Ahndung" bedrohte 
und zugleich befahl, daß die Metzger von jetzt an sowohl 
stets am Freitag schlachten, wie auch den kranken Leuten 
und Rindbetterinnen das kälberne' Fleisch zerhacken und 
nach ihrem Begehren pfundweise geben sollen. 
Dergleichen wurde ihnen aufs Neue der sogenannte 
„Zungendienst" eingeschärft, welcher darin bestand, daß 
jeder Fleischhauer dem Marktrichter eine festgesetzte An¬ 
zahl Ochsenzungen als Gewerbetribut liefern mußte. 
Für die Fleischpreise galt endlich folgende Norm: 
\ „guetes" Gchsenfleisch jo Pfennige 
\ „ „schlechtes" „ 9
	        
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