Volltext: Der Naturarzt 1880 (1880)

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alle obigen nicht nach besonderem Maasse zu fertigenden Stücke, wie Kravaten, 
Hosenträger, sowie sonstige zum System gehörige Hinge, wie Bettteppiche, Unter 
beinkleider, Unterröcke, Wollsocken, Jagdwesten, Nachtjacken etc. auf Lager, 
c) Verhalten bei Nacht. 
Hie nächtliche Bedeckung soll nur aus blankem Wollteppich 
zwei) ohne Oberleintuch und leichtem, nicht über die Kniee heraufreichendem 
Federpfühl auf den Füssen bestehen. In die Teppiche wickelt man sich bis zum 
Hals. Als Nachtkleid benützt man das Taghemd, das 3—4 Wochen Tag 
und Nacht ohne Wechsel getragen werden soll und kann, 
in der ersten Zeit der Anlegung der Normalkleidung kann öfterer Wechsel ge 
boten sein, wenn kritische Erscheinungen in Form klebriger oder übelriechender 
Schweisse (was jedoch selten und dann nur von kurzer Hauer ist) auftreten. Für 
kräftige Personen genügt Nachts das Hemd, Sommer wie Winter, schwäch 
lichere sollen n u r Winters eine wollene Nachtjacke hinzufügen. — Um den vollen, 
oben citirten Nutzen des Bekleidungssystems zu haben, ist es nicht blos nöthig, 
dasselbe vollständig durchzuführen, sondern auch ebenso unbedingt nöthig, nur 
bei geöffnetem Fenster, selbst Winters, zu schlafen, was ohne jede 
Gefahr begonnen werden kann, sobald alles Uebrige ausgeführt ist. — Als Unter 
lage sind Seegrasmatrazen durchaus zu verwerfen (sie werden stets 
stinkend), zulässig nur Bosshaar-, ganz besonders aber zu empfehlen Kunst- 
wollmatrazen. Solche sind zu beziehen aus der Fabrik des Herrn Gustav 
Köber in Cannstatt bei Stuttgart. 
d) Allgemeine Bemerkungen. 
Hat auch den vollen Vortheil meines Bekleidungssystems (der auch ein be 
deutender pekuniärer ist) nur der, welcher alles Obige durchführt, so gewährt 
doch theilweisen Nutzen auch jedes einzelne Stück derselben, wobei ich insbesondere 
auf . Hemd, Hut, Kravate und Schuh hinweise. Nach den bis jetzt gemachten 
Erfahrungen in Schwaben, wo meine Kleidung schon von sehr vielen Personen ge 
tragen wird und unaufhaltsam jede entgegenstehende Mode verdrängt, macht und 
erhält sie nicht blos kräftig und gesund (d. h. lässt nur selten und dann 
meist sehr leicht und rasch verlaufende Affectionen aufkommen), sondern hat sich 
auch als machtvolles Heilmittel gegen die verschiedenartigsten chro 
nischen Krankheitszustände bewährt. Her Preis eines vollen Männeranzuges 
(Hut, Hemd, Kravate, Bock, Hose, Strümpfe und Schuhe) schwankt zwischen 100 
und 130 Mark. (Schluß folgt.) 
Rasche Heilung einer Molnlitiitsneurose 
(Lähmung des linken Vorderarmstreckers-trioexs) 
kl einem IWjr.Mchen durch emliinirle hMMch-MMjk. Dehcmdümg. 
Vom Herausgeber. 
Motto: Geschlvindigkeit ist noch keine Hexerei! 
Ich erhielt im März d. I. folgendes Schreiben: 
A tz e n d o r f bei Magdeburg, 4. März 1880. 
Sehr geehrter Herr! 
Ein Wasserfreund gleich mir, Herr Klepp in Magdeburg, hat mir gerathen, mich bei 
einem eigenthümlichen Falle an Ihre Einsicht und Gute zu wenden. Darf ich Sie bemühen ? 
Eine Tochter von mir, jetzt 12 Jahre alt, klagte am 22. März v. I. darüber, daß es 
ihr im linken Ellbogengelenk weh thäte, wenn sie den Arm bewegte. Meine Wasser 
behandlung half Nichts. Ich ließ auf Drängen des Hausarztes eine I o d e i n r e i b u n g
	        
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