Literature

  • Konrad Schiffmann, Die Handschriften der Öffentl. Studienbibliothek in Linz [maschinschriftlich]. Linz 1935, 148, Nr. 182. [online]
  • Konrad Schiffmann, Die Handschriften der Öffentl. Studienbibliothek in Linz (nicht seitenkongruente Abschrift der maschinschriftlichen Fassung Linz 1935 als PDF-Datei mit Nachträgen und neuen Signaturen). [online]
  • Susanne Rischpler, Beschreibung von Linz, Oberösterreichische Landesbibliothek, Cod. 358 (Schiffmann 182) im Rahmen des vom Forschungsfonds FWF finanzierten Forschungsprojektes 'Katalog der illuminierten Handschriften der OÖ Landesbibliothek: ca. 1220-1400' (P 26172). [online]

Description


Die vorliegende Beschreibung wurde im Rahmen des vom Forschungsfonds FWF finanzierten Forschungsprojektes „Katalog der illuminierten Handschriften der OÖ Landesbibliothek: ca. 1220-1400“ (P 26172, Leitung Dr. Katharina Hranitzky) verfasst. Die Beschreibweise richtet sich nach den Richtlinien, die im Rahmen der Katalogisierung der illuminierten Handschriften und Inkunabeln der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien erstellt wurden und denen auch die Beschreibungen im gedruckten „Katalog der illuminierten Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucke der Oberösterreichischen Landesbibliothek in Linz“ (Bd. 1/1) folgen. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt der Beschreibung auf der Analyse und der kunsthistorischen Einordnung des Buchschmucks. Eine aktualisierte, gedruckte Version des vorliegenden Textes wird in Bd. 2 des gedruckten Linzer Katalogs publiziert sein.
Für Cod. 358 wurde die Form der Kurzbeschreibung gewählt.


Cod. 358

Bibel (lat.): Altes Testament, Genesis bis Jesus Sirach

Österreich, 2. Viertel 15. Jahrhundert


Papier, Wasserzeichen: ff. 1–96: Glocke, Typus Piccard-online Nr. 40086 und 40047 (1412 bzw. 1408); ff. 97–119, 159–169 und 221–227: Dreiberg im Kreis mit einkonturigem Kreuz, Typus Piccard-online Nr. 153474 (1430; s. https://www.piccard-online.de/start.php, letzter Zugriff: 25.08.2017) bzw. WZMA AT8900-333A_351 (um 1430/31; s. Permalink: http://www.wzma.at/13191, letzter Zugriff: 25.08.2017); ff. 120–158, 170–221 und 228–402: Waage ohne Kreis, mit gerader Waagschale, Typus Piccard-online Nr. 116066, 116247 und 116309 (1435 und 1434; s. https://www.piccard-online.de/start.php, letzter Zugriff: 25.08.2017) bzw. WZMA AT7870-18_275 (um 1440; s. Permalink: http://www.wzma.at/9759, letzter Zugriff: 25.08.2017). • 402 gezählte Blätter; der erste Quaternio herausgeschnitten (auf den verbleibenden Streifen des 6. und 7. Blattes, jeweils recto, Spuren von Beschriftung); f. 1 zerrissen und mit Papierstreifen geklebt; von f. 402 etwa die Hälfte abgerissen, vom Folgeblatt nur noch die linke untere Ecke erhalten. • 29 x 20,5/21,5 cm • Bastarda von acht Schreibern. Schreiber 1: ff. 1r96v; Schreiber 2: ff. 97r140va; Schreiber 3: ff. 140vb156vb und 158r273v; Schreiber 4: f. 140vb; Schreiber 5: ff. 156vb157v und 355rb; Schreiber 6: ff. 274r354ra; Schreiber 7: ff. 356r402r; Schreiber 8: f. 402v. Zahlreiche Marginalnotizen.


EINBAND

Rotes Leder über Holzdeckeln (teilweise beschädigt); Gleink (?), 15. Jahrhundert. Spuren von Schließen und Beschlägen, der Rücken mit weißem Papier beklebt, auf dem Vorderdeckel Titel und Signaturschild A 9 aufgeklebt (vgl. die ähnlichen Titel und Signaturschilder auf Cod. 223 und 503, beide mit Gleinker Provenienz), Spiegel des Vorderdeckels: Pergamentfolio aus liturgischer Handschrift (mit Neumen, 11. Jahrhundert, s. Schiffmann), Spiegel des Hinterdeckels: Pergamentfolio aus Text des Grammatikers Aelius Donatus (14. Jahrhundert, s. Schiffmann). Auf dem Unterschnitt Titel Vetus testa(mentum).


ENTSTEHUNG UND PROVENIENZ

Foll. 196 wurden um 1410 geschrieben (Wasserzeichen) und im 2. Viertel des 15. Jhs. (Dreiberg und Waage-Wasserzeichen lassen – mit gebotener Vorsicht – eine Einschränkung auf das 4. Jahrzehnt zu) fortgesetzt sowie mit einer tabula Biblie (f. 402v) versehen. Bereits im 15. Jh. befand sich die Handschrift im Benediktinerstift Gleink, s. Schenkungsvermerk des 15. Jhs. auf f. 1r: Hunc librum deputavit Matheus decretorum licentiatus pro monasterio in Gleynkch). Eventuell stammt von diesem Matthäus der Kaufvermerk im Interkolumnium des VD-Spiegelblattes: Comparavi cum vi .t(alentis?). 54 .d(enariis). Bis die Handschrift nach der Aufhebung des Klosters 1784 nach Linz kam, wurde sie wohl durchgehend in Gleink aufbewahrt (s. Besitzvermerk des 18. Jhs. auf f. 1r: Monasterii Glunicensis).


BUCHSCHMUCK UND EINORDNUNG

Rubrizierung; rote Lombarden (teilweise mit Aussparungen in Form von Kreisen oder S-förmigen Knospenmotiven) durchgängig bis f. 76vb, danach eher selten ausgeführt. Zu Beginn der Bibelbücher und von Prologen sowie in Ijob auch innerhalb des Buches drei bis 16-zeilige rote Lombarden (teilweise mit Aussparungen), die in der Regel mit Fleuronné geschmückt wurden, das zum größten Teil von zwei Haupthänden stammt.

Florator 1 (z. B. ff. 34r, 58r, 75v, 125r, 141v, 158r, 159r, 356r, 356v, 357r, 357va, 357vb, 358r, 358v, 359r): rote Buchstabenkörper mit tintenfarbenem und rotem Fleuronné; in den Binnenfeldern, in dreieckigen Feldern oder Medaillons, garbenartige Gebilde von charakteristischen, häufig größeren Knospen mit senkrecht zueinander stehenden Binnenstricheln oder großen Punkten. Als Besatz gruppierte und/oder gepunktete Perlen, langstielige Knospen und kammartig abstehende Fadenfortsätze (z. B. ff. 141v und 159r, hier mit Fibrillen).

Florator 2 (z. B. ff. 102r, 111v, 125v, 180v?, 236v, 323v, 324r, 325r?, 335va): sowohl die Buchstabenkörper als auch das Fleuronné in Rot (f. 44v mit grünem Fleuronné); die Binnenfelder häufig mit Paaren oder Garben spitzer Blätter und mit Knospenähren gefüllt (s. ff. 102r, 236v); als Besatz Perlen und Knospenreihen; f. 323v Profilkopf und Fibrillen als Besatz. Fol. 236v zusätzlich das Motiv eines rechtwinkelig abstehenden Fadenfortsatzpaares mit häkchenförmigen Enden; hier auch ein angedeutetes Initialfeld mit Knospen bzw. einem Trifolium in den Zwickelfeldern.

Die Initiale f. 335r wohl von einer weiteren Hand, da hier andere Motive verwendet wurden, beispielsweise als Besatz einfache stilisierte Halbpalmetten mit Binnenstrichelung sowie ein Paar spitzer Knospen, die mit Fibrillen besetzt sind und in einem Herz auslaufen. Auch die einfachen Initialen auf ff. 4v und 367v, bei denen ein Knospenrad aus dem tintenfarbenen Binnenfeld ausgespart ist, stammen von einer anderen Hand.

Zur Datierung des Codex ins zweite Viertel des 15. Jahrhunderts s. oben und ‚Entstehung und Provenienz‘.


LITERATUR

Siehe oben


Beschreibung von Susanne Rischpler, Erstfassung 25. 8. 2017

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