Full text: Abt Maximilian Pagl von Lambach und sein Tagebuch (1705-1725)

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Dritter Anhang. 
Der Hochaltar in der Stiftskirche zu Lambach. 
Abt Maximilian Pagl hat in den ersten Jahren seiner Regie¬ 
rung den von Abt Plazidus Hieber begonnenen neuen Konvent¬ 
trakt vollendet. Durch die Erbauung des herrlichen Refektoriums 
mit dem darüber befindlichen Ambulatorium diese neue Anlage 
des Stiftsgebäudes im Geviert abgeschlossen und dadurch zu¬ 
gleich die Stiftsbibliothek vergrößert. 
Bald schritt er auch zur Ausführung eines seiner Lieblings¬ 
pläne, an Stelle des hölzernen einen marmornen Hochaltar 
in der Stiftskirche aufzustellen. Das war um das Jahr 1710. .Am 
27. August 1715 wurde mit der Aufstellung der Anfang gemacht, 
so lange nahmen die Verhandlungen und Vorarbeiten in An¬ 
spruch. Man müßte sich füglich wundern, wenn Abt Maximilian, 
der mit den bedeutendsten Künstlern und Kunsthandwerkern 
seiner Zeit in Verbindung stand, gerade bei diesem für ihn so 
wichtigen Unternehmen nicht die besten Meister vom Fach zu 
Rate gezogen und von solchen nicht hätte die Arbeit ausführen 
lassen. Tatsächlich nun scheint der Entwurf zum Hochaltar der 
Stiftskirche Lambach von keinem geringeren zu sein als von 
Joh. Bernard Fischer v. Erlach1 selbst. 
Abt Max schrieb in dieser Angelegenheit, wie dies aus im 
Stiftsarchiv sich befindlichen Briefen erhellt, an einen gewissen, 
sonst nicht weiter bekannten Herrn Deppenfilz in Linz, der aber 
wohl in dieser Sache Experte gewesen ist. Dieser nun legte das 
Anliegen des Lambacher Prälaten dem Salzamtmann in Wien 
„Bartholotti Freiherrn von Parthenfeld“ vor, welcher sich erst 
direkt an den damaligen Oberbauinspektor Joh. Bernard Fischer 
V. Erlach wandte. In dem Brief, den Fischer am 6. September 
1710 an den Freiherrn von Bartholotti schrieb, erklärt er sich 
mit Freuden bereit, das ganze Werk auf sich zu nehmen und ver¬ 
spricht, daß von den vielen Werken, die von ihm schon dirigiert 
wurden, dieses nicht das geringste sein soll. Er erklärt es aber 
für unumgänglich notwendig, sich vor Verfassung des Risses mit 
dem Abte persönlich zu besprechen, ob das Werk von Marmor 
komme und von welchem Marmor, welche Statuen aufgestellt 
werden sollen, auf was die „Allusion“ zeigen soll und schließlich, 
ob die Sakristeitüren und Chorfenster zur bessern Aufstellung 
des Altares nicht eine kleine bauliche Veränderung erfahren 
könnten. Er bemerkt sehr richtig: „Wan ich lang einen Riß 
1 Joh. Bernard Fischer (richtig Fischers) von Erlach wurde 1650 geboren und 
starb den 5. April 1723. Siehe: Albert Ilg, „Leben und Werke Johann Bernhard 
Fischers von Erlach".
	        
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