Full text: Waizenkirchen

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kirche gehalten werden. Das gothische Gewölbe mit den Säulen wurde 
entfernt und ein Rundgewölbe eingebaut, der Thurm um ein Stockwerk 
erhöht und mit einem hohen Dache versehen, an der Epistelseite die 
Kreuzkapelle angebaut. Peter Franz Freyschlag von Freyenstain auf 
Waldan, Pfleger zn Weidenholz (f 1728), hatte in seinem Testamente 
vom 23. Januar ein Legat von 800 bis 900 Gulden zum Baue einer 
(St. Johannis-) Kapelle bet der Pfarrkirche Waizenkirchen bestimmt. 
Nach einem Codieille vom 30. December 1705 sollten ans dem Ober¬ 
hof zu Jnzing sieben Arme erhalten werden. Tie Adaptierungskosten 
des Gebäudes beliefen sich sehr hoch. Da erbot sich sein Schwieger¬ 
sohn Johann Ferdinand Peystaiuer, Pfleger zu Weidenholz, zum Erlag 
von 1000 Gulden für eine von der Freyschlag'schen Familie zu prä¬ 
sentierende Person im Kuefstein'schen Bürgerspital zu Waizenkirchen. 
Auch bot er im Namen der Erben zum Bail der Kapelle bei der Pfarr¬ 
kirche 2000 Gulden an. Der geistliche Rath in Passau genehmigte auch 
dies Anerbieten unterm 26. Juli 1728: ,Dieweil die Pfarrkirche 
Waizenkirchen bei schlechten Mitteln steht. Die Zahl der Communi- 
canten beläuft sich über 6000. Die Kirche ist um mehr als die Hälfte 
zu klein. Es stehen mehr Leute auf den: Freithof als in der Kirche. 
Durch den Zubau soll für 1000 Menschen Raum geschaffen werdet 
(Pass. Acten). Die Kreuzkapelle mit der Gruft wurde int Jahre 1739 
gebaut. Der ganze Umbau nahm zehn Jahre in Anspruch. Im Jahre 
1753 stiftete Johann Max Kaiser, Handelsmann Haus Nr. 58, den 
Kreuzaltar. Der sterbende Christus, die schmerzhafte Mutter mit Johannes 
sind treffliche Bildhauerarbeiten. 
Nach der Kirchenrechnung von 1640 war ein neuer Hochaltar 
angeschafft worden (Köstlb.). Dieser gieng im Jahre 1738 in den Flammen 
zugrunde. Der darnach aufgestellte Hochaltar wurde vom Dechant Ignaz 
Schiffermüller (1788 f 1806) vollständig renoviert und mit einem 
schönen Tabernakel versehen. Ihm hat auch die Kirche zu Waizen¬ 
kirchen kunstreiche Gemälde vom Maler Johann Schmidt in Krems zu 
verdanken: Das Hochaltarblatt St. Petrus und Paulus, das Seiten¬ 
altarblatt Maria Hilf, dann die Bilder Auferstehung Christi (für Ostern), 
und Geburt Christi (für Weihnachten). Dieses ist Schmidts letztes Meister¬ 
werk. Als er .es vollendete, traf ihn der Schlag. Trotz höheren Anbotes 
von auswärts gab er es zur Pfarrkirche Waizenkirchen (Schr. Mus. Frane.) 
Das Weißblech des Thurmdaches erhielt im Jahre 1829 einen 
rothen Anstrich. Dieser wurde int Jahre 1858 und 1875 erneuert. 
In den Jahren 1832, 1836, 1847 traf Blitzschlag den Thurm, ohne 
jedoch einen bedeutenden Schaden anzurichten. Derselbe ist deshalb mit 
einem Leitungsdrahte versehen. 
Die Orgel mit 2 Manualen und 18 Registern wurde im Jahre 
1851 vom Orgelbauer Joseph Breinbauer in Ottensheim aufgestellt. 
Sie kostete ungefähr 1500 Gulden. 
Eine durchgreifende Renovation erfuhr die Kirche im Jahre 1855 
unter dem ^unvergesslichen^ Pfarrer Canonieus Augustin Rechberger.
	        
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