Vorwort.
‚Allnächtlich schwamm Leander über den Hellespont zu
einer geliebten Hexro. Eine feine Leistung! Die auch im sport—
ehrenden Zeitalter besonderer Körperkultur, im Altertum, be—⸗
wundernde Anerkennung fand. Trotzdem damals das Schwimmen
nichts Unerhörtes war, sondern zu den selbstverständlichen Kennt—
nissen zählte. Im Altertum, bitte! Heute sind wir noch nicht
so weit. Damals fand man Lesen und Schwimmen gleich wichtig.
Später, im Mittelalter, war es geradezu eine Schande, zu
baden. Im vergangenen Jahrhundert wagte man sich doch
lbangsam an diese Schande heran, und erst heute, in einem neuen
Zeitalter des Körpersports, sind wir wieder fast so weit wie
vor zweitausend Jahren!
Sogar Leanders Stil hat man wieder erlernt. Im
Altertum schwamm man nämlich, wie alte Reliefs zeigen, einen
Hand-über-Hand-Stil, der unserer modernsten Schwimmarr,
dem Crawl, ungefähr entspricht.
Modern ist diese Schwimmart, die sogar Naturvölker
kennen, allerdings erst im Sport. Immerhin sind Strand⸗
und Familienbäder Mode geworden. So wird also auch
das Schwimmen langsam modern werden....
Dies Büchlein soll ein wenig nachhelfen. Soll eine An⸗
leitung geben, wie man einfach, richtig und modern schwimmen
lernt, soll zum modernen Massenunterricht, zum pflicht—
sahen Schulschwimmunterricht bhinüberleiten
elfen.
Noch sind wir nicht so weit. Noch ertrinken Tausende.
Wo sind die Schwimmer, die da retten? Hier liegt ein
kleiner Aufsatz vor, aus dem Sie es erlernen können. Er birgt
auch die großen Erfahrungen des ältesten österreichischen
Rettungsschwimmers, Dr. Emil Bergmann, in sich, dem
ich für seine liebe Mitarbeit hier herzlichst danke.
Schließlich will dies Büchlein auch dem „Ausgelexnten“,
dem Sportschwimmer etwas bringen. Und er wird
hoffentlich manches finden, das ihm Freude macht.
Ein anspruchsloses Werk. Ein kleiner Beitrag zur Ver—
breitung des schönen und gesunden Schwimmsports.
Wien, im Februar 1026.
Philipp Winter.
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