Full text: Drama und Theater in Österreich ob der Enns bis zum Jahre 1803

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zu hören. Die außerordentliche Anwendung dieses jungen Mannes 
machte ihn bald zu einem der besten unserer Schüler. Seine Sitten 
sind die untadelhaftesten und auch Gremeri hat der Welt das Zeugnis 
gegeben, daß man Schauspieler und ein rechtschaffener Mann zu¬ 
gleich sein kann. 
Vor vier Monaten hat er der Schauspielkunst auf immer 
entsagt, schenkt sich nun ganz den Wissenschaften, setzt die Be- 
suchung der angeführ¬ 
ten Lesungen fort und 
nimmt bey unserem 
geschickten Herrn 
Professor Maisler Pri¬ 
vatunterricht in der 
Philosophie. Soweit 
Jelma. 
Cremeri wurde 
in Linz bei der neu¬ 
errichteten akademi¬ 
schen Bibliothek (Bi¬ 
bliotheca publica) an¬ 
gestellt, wo er sich, wie 
er im „Pasquillant“ 
versichert, an der Seite 
des Rates und Pro¬ 
fessors De Luca krank 
arbeitete. Zugleich 
scheint er der Heraus¬ 
geber der zwei periodi- 
schen Schriften „Der 
Lachende“ und „Der 
Ausschreiber“, die 
aber bald wieder ein¬ 
gingen , gewesen zu 
sein. Am 27. April 
1778 defendierte er 
öffentlich Thesen aus den Kameral- und Polizeiwissenschaften und 
erhielt dafür „zur besonderen Unterscheidung des Allerhöchsten 
Wohlgefallens“ statt des sonst üblichen Gnadenpfennigs die goldene 
Gnadenkette, wie er ebenfalls im „Pasquillant“ hervorhebt. 
Im Jahre 1779 wurde er Bücher-Revisions-Aktuar bei der 
Regierung in Linz und 1789 Regierungskonzipist. 
B. D. A. Cremeri (1752—1795). 
(Nach einem Stiche in der Wiener Hof bibliothek.)
	        

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