Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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Nach dem Eintreffen der letzten Abteilungen der Gruppe Pfrogner 
konnten noch in den ersten Nachtstunden des 10. die Verbände möglichst 
geordnet werden. Mjr. v. Kurovsky bildete aus den Resten des L und 
II. Bataillons ein neues Bataillon (320 Feuergewehre) mit einer MGA., das» 
sogleich auf der Roitestellung eingesetzt wurde. Dort standen vom rechten 
zum linken Flügel: von D 1—3 ein Zug der 7/3. TJR., eine bosnisch- 
herzegowinische Marschkompagnie, das kombinierte Bataillon Mjr. v. 
Kurovsky, eine ungarische Landsturmkompagnie, der Rest der Pionier¬ 
kompagnie 1/10 und die Skigruppe 48. 
Aus diesem Gemisch von Kompagnieresten, Spezialtruppen und 
Marschformationen mögen die Schwierigkeiten ersehen werden, mit denen 
die Führung zu kämpfen hatte, als es galt, die neue Widerstandslinie zu 
besetzen. 
Der zweitägige Kampf hatte dem 3. TJR. schwere Wunden geschla¬ 
gen. Es verlor 14 Offiziere und 887 Mann. 
Man kann sich eine Vorstellung von der Wirkung des feindlichen 
Artilleriefeuers und von dem hartnäckigen Verteidigungswillen der 
Besatzung machen, wenn man in einem italienischen Werke* liest, daß 
,,die Verluste des Feindes sehr schwer gewesen seien. In den Schützen- 
und Laufgräben der Alpe Cosmagon allein habe man mehr als 400 Lei¬ 
chen gefunden". 
An Kampfmittel waren verlorengegangen; 7 Maschinengewehre, 
2 Musketen, 1 Infanteriegeschütz, ein Granat- und 1 Minenwerfer. 
b) Italienischer Angriffsversuch auf der Platte 
am Vormittag des 10. Oktober. 
Für den 10. Oktober war von den Italienern ein Angriff gegen den 
Dente austriaco (Platte) und den nordöstlich anschließenden Groviglio 
(Sektionen 8 bis 11) geplant, der von einer unter Kommando des 
Obst. Perrol stehenden Angriffsgruppe geführt werden sollte. Gegen die 
Platte hatten wieder die Alpini des Bataillons Mte. Berico, die durch eine 
Kompagnie des Alpinibataillons Exilies verstärkt waren, und gegen den 
Groviglio Kompagnien des Alpinibataillons Cervino und1 des II. Bataillons 
des Infanterieregimentes 157 anzugreifen. 
Die Nacht auf den 10. war auf der Platte ziemlich ruhig verlaufen; 
denn auch die Alpini des Bataillons Mte. Berico waren müde und abge¬ 
kämpft. Kleinere Patrullen suchten zwar nachts an die Hauptstellung 
heranzukommen, wurden jedoch stets von der wachsamen Besatzung mit 
Handgranaten vertrieben. Rechts (westlich) hörte man den Kampflärm 
des Gegenstoßes der Kaiserjäger vom 3. Regiment, die die verloren¬ 
gegangene Cosmagonstellung wieder zurückerobern wollten. 
Die Hauptstellung auf der Platte war von der 16. Kompagnie (Lt. i. 
d. Res. Suchezky) besetzt. Von den alten Kämpfern versahen nur noch 
die Lte. Jakoncig und Matscher freiwillig den Grabendienst, da sie mit
	        
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