Sonntag, 14. März 
Hedin bei den Franziskanern in 
Vonziers?) 
Llus: Hedin, Ein Volk in Waffen. Feldpostausgabe 1 Mk. 
(Leipzig, Brockhaus.) 
Sonntagmorgen in Vonziers (4. Oktober). Schon 
früh um fünf weckte mich ein Franziskanerbruder, den 
ich im dortigen Lazarett des Professors Zinser kennen 
gelernt hatte. Ich kleidete mich schnell an und in Be¬ 
gleitung eines katholischen Soldaten, der von Behr be¬ 
diente, wanderten wir nach dem Altenheini, in dessen 
Kapelle der Gebnrtstag des Hl. Franziskus mit Messe 
und Gesang gefeiert werden sollte. Es war noch nicht 
Tag, der Mond schien nicht, die Nacht herrschte noch 
auf der Erde, ein feuchter Nebel schwebte über Vonziers, 
und das Steinpflaster der Straßen war naß. Hier und 
da brannte ein elektrisches Licht, einsam gegen die Dun¬ 
kelheit kämpfend. Ab und zu hörte man eilige Schritte; 
es waren die Mönche, die zur Messe eilten, und vor 
einem Hans mit irgend einer militärischen Bestimmung 
ging eine Nachtwache ans und ab, sonst war die Straße 
lautlos still. 
**&> Am Ziel angelangt, treten wir in einen kleinen 
Garten ein, an den der Sänlengang des Heinis an¬ 
grenzt, und sind bald darauf in der Kapelle. Diese ist 
schon mit Zuhörern gefüllt. Da sitzen Elisabethschwestern 
aus Essen in ihren weißen Schleiern und Vinzentius- 
schwestern aus Hildesheim in ihren schwarzen Schleiern, 
die Franziskanermönche haben ihre Plätze eingenommen 
und auf den Emporen sitzen mehrere Soldaten. Ihnen 
schließe ich mich an. 
Die Heiligenbilder am Altar werden von hohen 
Lichtern erleuchtet, die eben angezündet werden; aver 
die beiden Kandelaber werden noch nicht benutzt. Es 
ist draußen noch so dunkel, daß die gemalten Fenster 
nicht zur Geltung kommen, da sie nur von innen be¬ 
leuchtet werden. Man erkennt kaum die Züge der Jung¬ 
frau Maria und der HI. Helena. 
Ein Bruder in weißem, goldgesticktem Ornat, um¬ 
geben von vier ebenso prächtig gekleideten dienenden 
Brüdern, tritt an den Altar heran. Sie tragen an langen, 
feinen Ketten Weihrauchkessel, auf deren glühende Kohlen 
einer von ihnen ein wohlriechendes Pulver streut, und 
leichte, blaue Wolken steigen bis zu meinem Platz auf 
dem Chor empor. 
Nun beginnt das lateinische Altargebet. Ein Priester 
singt, und die Versammelten antworten mit dem immer 
wiederkehrenden Refrain: „Per omnia saecula saecu- 
lorum. Amen.“ „Oremus“ erklingt es vom Altar, und 
aus der Versammlung „Per omnia saecula saeculorum. 
Amen.“ 
*} Wir entnehmen diesen Abschnitt mit Erlaubnis des Verlags 
Brockhaus in Leipzig dem soeben erschienenen Kriegsbuche von 
Sven Hedin, „Ein Volk in Waffen" (Feldpostausgabe für 1 Mk.). 
Der berühmte Forscher schildert darin „vie größten Eindrücke 
seines Lebens", wie er sie an der deutschen Westfront, als Gast 
im Hauptquartier des Kaisers, aus den blutgetränkten Schlacht¬ 
feldern erlebt hat. 
(Etrt palnrzwerg auf das frifdje <5vah 
des urmergefjlichen geistlichen Oberhirten der Diözese sinz 
Sifd)of Dr. ttudolpl) Rittmair. 
Gedicht uon Hermine Profchko. 
riur siebe mar lein sehen, Rur siebe mar fein sehen, Run ruht im Grab die siebe — 
Was er konnt’ Gutes geben, Sie leitete fein Streben: Wie ist die Zeit so trübe! 
Er hat es stets so gern getan, Im Wahren, Guten niemals ruh’n Der Hirte schied, der starke Hort, 
Sein Wirken, es stieg himmelan; Und selbst dem feinde Gutes tun, Sein edler Geist, er lebe fort; 
für kdles er nur lebte, Das mar feit feiner Jugend saht uns die Hände falten, 
Rur Hehres er erstrebte, Wohl feine hehrste Tugend, Sein Geist mög’ ferner malten, 
Der nun im lichten Engelkreis Was uns der Heiland hat gelehrt, Cr ruft uns zu aus lichten Höh’n: 
Empfängt den fchönftenSiegespreis. Der Edle hat es treu bemährt. „ Will’s Gott, auf selig’ Wiederfeh’n! “ 
Ier yochwüroigste Mschof ILudolpy Kiltmair von cr Kl)kf des österr. Generakstaves Kreiherr Iran; 
Konrad ». Kötzerrdorf.
        

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