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zur Auffrischung ihres Wissens und damit sie immer mehr einsehen, welchen
Nähr-Hcilschatz sie darin besitzen und es auch in weiteren Kreisen empfehlen,
sei es auch nur an Stelle — des Rhabarbers, der dadurch völlig ent
behrlich wird!
Ich fuhr Abends 6 Uhr wieder nach Bozen zurück, obgleich ich gerne noch
ein paar Tage in Meran geblieben wäre, und fand im „Engel", Zimmer 9
mein Gepäck nicht vor und entdeckte jetzt erst, daß ich Abends vorher gar nicht
in diesen Gasthof gefahren worden, sondern zu Siegl, was daher rührt, daß
man beim Austritt aus dem Bahnhof von verschiedenen Seiten angerufen, an
gepackt und 8UQ8 fatjon in den ersten besten Omnibus geschoben wird. — Schon
echt italienische Manier!
Am Montag Morgen fuhr ich beim schönsten Octobcrwettcr von früh
8 Uhr bis Abends 7 Uhr in einer Tour nach München und konnte so die
interessante Bahn nochmals mit Muße betrachten: bei Wörgl sah ich die
„Hohe Salve" so wunderschön klar, daß es mich ordentlich in den Beinen
juckte, auszusteigen und ihr doch noch einen Besuch zu machen, allein — meine
Zeit reichte nicht mehr, sonst wäre ich gerne ein paar Tage in Meran geblie
ben! Dienstag und Mittwoch besichtigte ich in München die Kunstausstellung
im Glaspalast und fuhr dann in einer Tour über Bamberg-Hof nach Dres
den zurück.
Briefwechsel von und mit Allen.
Ab. in Neusatz, Ungarn. Zwei Körbe mit frischen reifen Pflaumen
während meiner Abwesenheit angekommen, aber in welchem Zustande? Es ist nicht rathsam,
dieselben auf diese Weise zu versenden, nur halb unreif halten sie den Transport aus,
und so sind sie nicht brauchbar zum Genuß, höchstens zur — S ch n a p s b e r e i t u n g,
und den meiden die Vegetarianer selbstverständlich!
Ab. in Titel, Ungarn. Sie haben Ihre Sache besser gemacht, indem Sie einen Sack
mit getrockneten Pflaumen einsandten, der mit vollem Inhalte angekommen ist;
dieselben sind recht süß und gehen beim Kochen gut aus; danke schön für die gute Besorgung! —
An Verschiedene. Sie sind mit meiner Abfertigung des hochweisen Sanitätsrathes in
vor. Nummer zusrieden, vermissen aber darin die gehörige Zurechtweisung bez. des Passus, wo
dieser Superkluge sagt: „daß die n e ne h y g i e i n i s ch e R i ch t n n g , natürlich unter seiner
Führung, nicht jeden Patienten sofort mit Packungen bearbeite, sondern obenan
das einfache Vollbad stelle". Antw. Ich hielt eine Erwiderung auf diese höchst
alberne Auslassung für überflüssig, denn Jeder, der unser Naturheilversahren näher,
nicht blos so oberflächlich, wie der gescheite Niemeyer kennt, weiß, daß wir nicht jeden
Kranken — sei es ein akuter oder chronischer — sofort mit den „Packungen" bearbeiten,
so wenig wie mit dem von ihm beliebten einfachen Vollbad, das übrigens in manchen Haus
haltungen garnicht geschafft werden kann, und was dann mit dem Kranken anfangen? —
einfach sterben lassen, wozu ja der rohe herzlose Allöopath das Privilegium besitzt! Möchte
einem solchen unpraktischen Salbaderer keinen kranken Hund anvertrauen! —
O aIq 11li+nm o / Ji 0 . s Mittelst Circular des „0 ö 1 n e r Y egetarianer-
© Vereins“ vom October a. c. wird angezeigt, dass
beabsichtigt wird, von Herrn Dr. Hock a. d. u. Waid diesen Winter in einer Anzahl
deutscher Städte eine Reihe von Vorträgen über Vegetarianismus und
Naturheilkunde abhalten zu lassen, um auf systematische Weise das ganze
deutsche Volk mit den Prinzipien der von uns vertretenen Sache bekannt zu machen!
Hie Ausdehnung dieser löblichen Missionsreise sowie die Zahl der abzuhalten
den Vorträge (nicht Vorlesungen!) hänge nur noch von den Mitteln ab, welche
Herrn Hr. Hock offerirt werden können, da derselbe natürlich nicht auf seine Kosten
eine solche Tour ausführen kann, weshalb ein jeder Gesinnungsgenosse freundlichst
gebeten werde, das gemeinnützige Unternehmen durch geneigte Zusendung von Geld-
b eiträgen an obigen Verein zu ermöglichen und zu unterstützen! Belata refero!
Verantwortlicher Redacteur, Herausgeber und Verleger: Gustav W o l b o l d in Dresden,
Rosenstraße Nr. 34, HI. E. — Druck von I u l i u s R e i ch e l in Dresden.
Ausgegeben am 15. November.