Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

Deutsche Gegenangriffe und letzter Großkampf. 
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angestrebte Überraschung gelang aber in der mondhellen Nacht nicht, die 
Sturmabteilungen gerieten in feindliches Sperr- und Maschinengewehr- 
feuer. Nur in Pressoire selbst wurden Erfolge erzielt; doch auch sie konnten 
gegen einen umfassend angesetzten feindlichen Gegenstoß nicht behauptet 
werden. Der Morgen des 16. November fand die deutsche Truppe nach 
Einbuße von fast 800 Mann wieder in ihrer Ausgangsstellung. General 
von Gallwitz sah von weiteren Unternehmungen auf Pressoire ab, da sich 
nach seiner Überzeugung neue französische Angriffe gegen die Front südlich 
der Römerstraße Amiens—Vermand bis in die Gegend von Ehaulnes vor- 
bereiteten, deren Abwehr voraussichtlich alle verfügbaren Truppen und 
Munition erfordern würde. 
Vei der 1. Armee vergingen der 16. und 17. November unter eng- i«. »ad 
begrenzten Unternehmungen der Engländer an der Anere gegen die 12. und 1?*Sftot,ew6ci' 
38. Infanterie-Division, der Franzosen am St. Pierre Vaast-Walde gegen 
die 185. Infanterie-Division. Die Gegner griffen meist in den Abend- 
stunden an; ihre Vorstöße brachen mehrfach schon im deutschen Abwehrfeuer 
zusammen. Wo ihnen kleine Erfolge beschieden waren, wurden diese rasch 
wieder ausgeglichen. Die Ablösung von drei erschöpften Divisionen durch 
die 208. und 223. Infanterie-Division sowie durch die bereits zum dritten 
Male an der Somme eingesetzte 24. (sächsische) Reserve-Division wurde 
dringend. Gleichzeitig dröhnte das Feuer starker Artillerie gegen die 
deutschen Stellungen beiderseits der Ancre. Weiter nördlich war gegen- 
über der 2. Garde-Reserve-Division eine Vermehrung der feindlichen 
schweren Batterien durch Meßtrupps festgestellt worden. Offensichtlich 
bereitete sich abermals ein Großangriff vor. 
Zu diesem letzten Brande loderte die Somme-Schlacht am 18. No° „ !?• 
vember auf. Die feindlichen Anstrengungen richteten sich britifcherfeits 
gegen die deutsche Stellungsausbuchtung zwischen Serre und Ligny Thilloy 
und wurden von einem französischen Angriff gegen die am 15. November 
neu gewonnene deutsche Linie am St. Pierre Vaast-Walde begleitet. Tanks 
und Fliegerschwärme unterstützten die feindliche Infanterie; wieder war 
auch Kavallerie zur Ausnutzung eines Erfolges bereitgestellt. Die 52. und 
die soeben eingesetzte 208. Infanterie-Division der Gruppe Fuchs hielten 
nach erbitterten Nahkämpfen ihre Stellung. Dagegen wurden südlich der 
Ancre die 223. und 58. Infanterie-Division zwischen Grandcourt und Pys 
durch immer wiederholte britische Angriffe zurückgedrückt. Ebenso erging es 
dem rechten Flügel der Gruppe Marschall (1. Garde-Reserve- und 4. Garde- 
Infanterie-Division) zwischen Pys und Ligny Thilloy. Die beiderseits des 
St. Pierre Vaast-Waldes gegen französische Übermacht stehenden Divisionen 
der Gruppen Deimling und Garnier (30., 185. Infanterie-, 16. Reserve-
        

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