Volltext: Die Versorgung der Kriegsinvaliden und ihrer Hinterbliebenen [3/4]

Wir leben im Zeitalter der Milliarden und haben die 
anfängliche Angst und Sorge darüber auf das richtige Maß 
zurückzuführen gelernt; der Gesichtswinkel, unter welchem der¬ 
malen die militärischen Bedürfnisse überhaupt und die Invaliden- 
fürsorge im besonderen betrachtet werden, ist ein anderer ge¬ 
worden. Es wird den ersteren gegenüber die unwiderstehliche 
Notwendigkeit verstanden, der letzteren gegenüber es als Ehren¬ 
sache betrachtet, das, was Menschenkraft zu leisten vermag, um 
persönliche Kriegsnot zu lindern, freudig und warmherzig zu 
bieten. 
Die folgenden Erörterungen behandeln vor allem die¬ 
jenigen Fragen, welche für die ausreichende Versorgung der 
Kriegsinvaliden und ihrer Hinterbliebenen gelöst werden müssen. 
Doch muß schon hier darauf hingewiesen werden, daß nach dem 
Kriege die Allgemeinheit sich nicht nur mit invalid gewordenen 
Heeresangehörigen zu befassen haben wird. Aus dem Kriege 
kehren zurück invalide, gesunde und kranke Militärper¬ 
sonen; nicht nur die Invaliden, sondern auch die Kranken und 
viele von den Gesunden werden, wenn auch in verschiedener 
Weise, Anspruch auf die Fürsorge und Mithilfe des Staates und 
der Gesellschaft, also hauptsächlich derjenigen Staatsangehörigen 
erheben müssen, welche aus irgend einem Grunde am Kriege 
aktiv nicht teilgenommen haben. Die Invaliden find körper¬ 
lich und wirtschaftlich durch den Krieg betroffen; ein großer 
Teil der aus dem Feldzuge gesund zurückkehrenden Militär¬ 
personen, insbesondere die in ihrer Lebensführung auf die 
Verwertung ihrer Arbeitskraft Angewiesenen, die vielleicht ihre 
vor dem Kriege bekleidete Stellung verloren haben, werden, 
um wieder in eine geregelte Lebensbahn einzumünden, ge¬ 
sellschaftlicher Beihilfe bedürfen, soll sich nicht das, was ich 
sozialpolitische Invalidität nennen möchte, neben der 
eigentlichen Kriegsinvalidität entwickeln. 
Vielleicht noch größer ist diese Gefahr bezüglich der¬ 
jenigen Heeresangehörigen, welche mit Krankheiten aller Art 
behaftet heimkehren. Diese gewiß sehr zahlreichen Militär¬ 
personen werden dann, wenn es sich um wirtschaftlich schwache 
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