Volltext: Österreich (3; 1923)

Die österr. weißen Dragoner. 
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Gegen den 20. August verdichteten sich die Nachrichten, daß 
eine verstärkte russische Kavallerie-Division bei Zalozce ein¬ 
gefallen sei; unser Divisionär, Generalmajor von Zaremba, ent¬ 
schloß sich, ihr entgegenzutreten. Die in und um Suchowola lagernde 
4- Kavallerie-Division wurde alarmiert und gegen podkamien in 
Bewegung gesetzt. Hier stellten wir uns vorläufig bereit. Als man 
im Divisions-Stabsquartier den Eindruck gewann, daß der anschei¬ 
nend auch über ansehnliche Infanterie und viel Geschütze ver¬ 
fügende Kavalleriekörper — es mochte wohl die russische 9- Ka- 
vallarie-Division Fürst Begildejew sein — sich über Glejow 
gegen Zborow gewandt, wurde der Marsch in südwestlicher Richtung 
in zwei Kolonnen fortgesetzt: die beiden zugeteilten Bataillone des 
k. k. Landwehr-Infanterie-Regiments „Zloczow" Nr. 35 auf 
der feindwärtigen Seite, über Szyszkowce, Batkow nach Harbuzow 
und j)erepelniki, die Kavallerie-Division selbst über pieniaki, Luka- 
wiec nach Kruhow und Nuszcze, welche Ziele nach fast 40 km 
langem anstrengendem Marsche spät abends erreicht wurden. Am 
kommenden Morgen, am 2\. August, wollte Generalmajor von Za¬ 
remba den Feind anfallen. 
Da traf um Mitternacht folgender telegraphischer Befehl des 
vorgesetzten XI. Korxskommandos in Lemberg ein: „Starkes ge¬ 
mischtes feindliches Detachement mit viel Kavallerie und Geschützen 
im Vorrücken über Glejow nach Zloczow. Patrouillen dieses De¬ 
tachements waren gegen Abend 2 km von Zborow, pluhow ent¬ 
fernt. von Brzezany früh 5 Bataillone der ff. Infanterie-Division 
im Vormarsch gegen Zborow, dürften heute abends schon ein¬ 
getroffen sein. Von Tarnopol wird eine Kavallerie-Division gegen 
Zborow vorgehen. 4. Kavallerie-Division morgen zeitlich aufbrechen 
und gegen Zborow in Rücken des Gegners einwirken. Wünschens¬ 
werte Verbindung mit Tarnopol, Zborow und pluhow telephonisch 
versuchen!" 
Ls handelte sich also darum, ein „Kesseltreiben" auf den ein¬ 
gebrochenen Feind zu veranstalten, wobei die ff. Infanterie-Division 
aus südwestlicher, die 8. Kavallerie-Division aus südöstlicher und die 
4- Kavallerie-Division aus nordwestlicher Richtung gegen den Raum 
Glejow vorzustoßen hatte. 
Im Stabsquartier erweckte dieser Befehl die Auffassung, daß 
die festgestellte russische Kavallerie-Division am kommenden Vor¬ 
mittage wohl schon im Raum von Zborow anzutreffen sein werde; 
er bestärkte den Divisionär, die 4- Kavallerie-Division bereits um 
4 Uhr vormittags südöstlich Nuszcze zu versammeln, während die 
beiden Bataillone des ostgalizischen Landwehr-Infanterie-Regiments 
Nr. 35 um 5 Uhr vormittags auf Höhe 396, w. f}. Gbydra 
— halbwegs zwischen Nuszcze und Glejow — bereitzustehen hatten. 
Im übrigen deckte sich der erhaltene Auftrag mit dem bereits ge¬ 
faßten Entschlüsse. Daß die 8. Kavallerie-Division von Tarnopol
	        
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