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Von. Gorlice bis Lemberg
auf die Höhen westlich von Przegonina und Lipinki, sowie südlich und
nordwestlich von Biecz und westlich von Olszyny. Als sich jedoch am 3.
Vormittag zeigte, daß der Russe den dem VI. Korps und der Garde zu¬
gewiesenen Raum schon freiwillig geräumt hatte, steckte um die Mittags¬
stunde Mackensen, bestärkt durch die Gen. Arz und Freih. v. Plettenberg,
die Führer dieser Korps, seinen Divisionen noch weitere Ziele : sie sollten
bis zum Abend zwischen Zmigrod und Kolaczyce an die Wisloka gelangen.
Mit dem Erreichen dieser Räume sollte es jedoch am 3. Mai noch sein
Bewenden haben.
Von dem am Südflügel Mackensens fechtenden Korps Martiny der
k. u. k. 3. Armee vertrieb die 21. SchD. bis gegen Mittag die russische
9. Division auf den Höhen südlich von Przegonina (Ostra 735 und A 757)
und gewann dann auch diesen Ort. Der Korpsführer ballte nun auf den
eben genannten Höhen die 2. ID. und die 45. SchD. zu einer Stoßgruppe
zusammen, die in den nächsten Tagen auch die 24. von den Fesseln des
Stellungskampfes befreien sollte.
Das nördlich im Anschluß fechtende komb. Korps Emmich kam nach
zähem Kampfe über Lipinki hinaus, wobei es bei der tapferen ll.bayr.ID.
nicht ohne erhebliche Schwankungen abging. Nicht weniger schwer machten
es die Russen den Divisionen der Generale François und Arz, sich der
Höhen südwestlich und nordwestlich von Biecz (Wilczak und Dzial Krze-
mienny) zu bemächtigen. Gen. Dimitriew hatte den beim Zustand seines
X. Korps ziemlich gewagten Entschluß gefaßt, die Kaukasier in 10 km
Frontbreite auf den Höhen beiderseits von Biecz zum rettenden Gegen¬
stoß anzusetzen. Da das k. u. k. Korps aber erst am Abend und in der
Nacht bei Biecz eintreffen konnte, hing von der Behauptung der ge¬
nannten Höhen außerordentlich viel ab. Die 63. RD., die Dimitriew hier
im Räume der 31. ID. eingesetzt hatte, und andere vom linken Armeeflügel
herangeholte Verstärkungen bunter Zusammensetzung konnten jedoch das
Schicksal nicht aufhalten. Als der Abend dämmerte, waren die heißum¬
strittenen Höhen von Biecz im Besitze der Verbündeten.
Links von Arz war die Garde an Olpiny herangekommen. Die in
der zweiten Weisung Mackensens vorgesehene Linie zu erreichen, war
allen vier Korps versagt geblieben.
Für die k. u. k. 4. Armee hatte die zu Beginn der Schlacht festge¬
setzte Aufgabe auch weiterhin Geltung. Sie hatte mit ihrem rechten Flügel
auf annähernd gleicher Höhe mit der 11. Armee vorzudringen, aus ihrer
Mitte heraus den Raum um Tarnów zu gewinnen — wobei dem Flanken¬
stoß der beiden alpe ni an dischen Divisionen des FML. Roth besondere Be-