Volltext: Oö. landwirtschaftlicher Kalender 1883 (1883)

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6. Birk- und Auerhähne vom 1. Juni bis Ende Februar. 
7. Hasel-, Stein- und Schneehühner und Schnepfen vom 1. Juni bis 
15. August. 
8. Fasanen, Repphühner, Wachteln und Wildtauben vom 1. Februar bis 
31. Juli. 
9. Wildgänse, Wildenten, Sumpf- und Wasservögel vom 1. März bis 31. Mai. 
10. Weibliches Rehwild, Birk- und Auerhennen das ganze Jahr. 
Beim Roth-, Dam-, Reh- und Gemswild gilt das Jungwild als 
Kalb oder Kitz bis zum 1. Juli des nach der Geburt folgenden Jahres. 
§. 2. Das Fangen von Wild aller Art in Schlingen ist verboten, 
sowie auch das Vernichten der Eier und das Ausnehmen des jungen Wildes 
aus den Nestern. Ausnahmsweise ist das Sammeln von Eiern behufs Aus- 
brütung durch zahme Hühnerarten, sowie das Einsangen des Federwildes nur 
dem Jagdberechtigten oder dem von ihm bestellten Hilfspersonale gestattet. 
§. 5. Die Übertretung der ZA. 1 und 2 wird mit einer Geldstrafe 
von 5 bis 25 fl. geahndet, welche in dem Falle, als dem Wildstande durch 
Wiederholung oder durch das Erlegen einer größeren Menge von Wild ein 
erheblicher Nachtheil zugeht, bis zu 50 fl. erhöht werden kann. 
Z. 6. Wer nach Ablauf von 14 Tagen nach eingetretener Schonzeit 
Wild, rücksichtlich dessen die Jagd in dieser Zeit untersagt ist (A. 1), in 
ganzen Stücken oder zerlegt, aber noch nicht zum Genusse fertig zubereitet, 
zum Verkaufe herumträgt, in Läden, auf Märkten oder sonst auf irgend eine 
Art zum Verkaufe ausstellt oder feilbietet, verfällt nebst der Konfiskation des 
Wildes in die im Z. 5 angeführten Geldstrafen. 
Die Scheermaus oder Wühlmaus. 
Die Wühlmaus ist ein Nagethier der allerschlimmsten Sorte, welches 
durch Zernagen der Wurzeln den Obstbäumen großen Schaden verursacht. 
Sie ist etwas größer als die gewöhnliche Maus, von bräunlicher Farbe, 
rundlicherem Kopf und kürzerem Schwänze. Die schlimmste Gewohnheit dieses 
Thieres besteht darin, daß es sich die Gänge durch das Wurzel werk 
hindurch nagt. Die Wühlmaus ist unermüdlich im Graben und Ziehen 
von Laufröhren nach allen Richtungen hin, wo es etwas zu nagen gibt. Die 
meisten Röhren münden nicht nach oben, sondern mehr nach der Seite hin, 
etwa in einen Wasserlauf oder am Rande eines Ackers oder einer Wiese 
möglichst verdeckt unter einem vorstehenden Rasenbüschel. Die Scheermaus 
arbeitet ähnlich dem Maulwurf hügelförmig die Erde hervor auf die Ober 
fläche, doch viel seltener, als dies der Maulwurf thut, auch unterscheiden sich 
die von der Scheermaus hervorgeschobenen Erdhügel leicht durch ihre Unregel 
mäßigkeit und dadurch, daß sie stets kleiner und flacher als die Maulwurfs 
hügel sind. 
Die weiteren Bauten, welche, die Scheermaus anlegt, sind ebenfalls 
weit kunstloser als beim Maulwurf und sitzen selten tiefer als 15 cm. unter 
der Oberfläche. Vorherrschend sind es Borrathskammern, die im Herbst 
gebaut und mit Wurzeln aller Art angefüllt werden, für den Winterbedarf. 
Neben diesen Vorrathskammern befindet sich eine Wohnkammer, welche
	        
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