Volltext: Diplomatische Geheimakten aus russischen, montenegrinischen und sonstigen Archiven (Band II 1929)

Nr. 919. 
Der russische Botschafter in Paris an den 
russischen Außenminister.1) 
Geheimtelegramm. 
Paris, den 
21. April 
4. Mai 
i9ï4. 
Nr. 109. 
Abschrift nach Sofia. 
Stantschew hat Raffalowitsch gesagt, er habe mehr als einmal seine 
Regierung darauf hingewiesen, wie sehr unerwünscht in politischer wie 
finanzieller Hinsicht es wäre, wenn sie eine Anleihe an irgendeiner ande¬ 
ren Stelle als in Frankreich abschlösse. Von Verhandlungen mit Deutsch¬ 
land war ihm nichts bekannt und die gestellten Bedingungen beunruhigen 
ihn sehr. Er will den König auf die Gefahren einer Knechtung Bul¬ 
gariens aufmerksam machen. Raffalowitsch hat den Eindruck gewon¬ 
nen, daß Stantschew offenbar nur geringen Einfluß auf die jetzige Re¬ 
gierung ausübt und ihren Sturz nicht bedauern würde, daß er sich aber 
nicht entschließt, offen gegen Vorschläge Radoslawows und Tontschews 
aufzutreten. 
Die französischen Banken, die die Verpflichtung Bulgariens in Händen 
haben. 75 Millionen Schatzscheine mit Hilfe der künftigen Anleihe 
einzulösen — wo immer sie abgeschlossen werden mag —, warten ruhig 
die Ereignisse ab. Bei einem Ministerwechsel in Bulgarien wachsen die 
Aussichten für eine Anleihe in Frankreich, sowohl von seiten der Regie¬ 
rung wie von seiten der Banken, die übrigens ohne Zweifel Garantien 
verlangen werden. 
Iswolski. 
Nr. 920. 
Der russische Außenminister 
an den russischen Botschafter in London.1 2) 
Geheimtelegramm. 
Livadia, den 
23. April 
6. Mai 
i9i4. 
Nr. 9. 
Abschrift nach Paris und Sofia. 
Ich halte es für sehr wichtig, das Zustandekommen der bulgarischen 
Anleihe auf dem Berliner Markt zu verhindern, und wir bitten die eng¬ 
lische Regierung, ihren Vertreter in Sofia zu beauftragen, die Schritte 
1) Iswolski, Bd.IV, Nr.1328, S.IOI. 
2) Iswolski, Bd.IV, Nr. i33o, S.102. 
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