Volltext: Die alte Geschichte des jüdischen Volkes (2, Orientalische Periode / 1925)

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Drittes Kapitel 
Der Bmderkampf der Hasmonäer und 
die Einmischung Roms 
(6 7 -63) 
§ 31. Aristobulus und der Bruderkampf 
Der im Moment des Todes der Salome-Alexandra entbrannte Erb 
folgestreit war, wie bereits erwähnt, nicht nur durch einen Zusam 
menstoß der persönlichen Interessen der beiden Brüder und Präten 
denten, sondern auch durch den Kampf zweier national-politischer 
Richtungen bestimmt. Die Herrschaft Hyrkans II. konnte wohl zum 
Erstarken des Pharisäerregimes im geistlichen Staate beitragen, nicht 
aber vor äußeren Feinden Schutz gewähren und die Erhaltung des er 
weiterten Landbesitzes sichern. Die Regierung des kraftvollen und 
kriegerischen Aristobulus II. hätte zwar die politische Macht Judäas 
sichergestellt (wenigstens mochte es damals, vor dem Einfall Roms, so 
scheinen), sie hätte aber zugleich auch das Sadduzäertum und das mi 
litaristische Regime des Alexander-Jannäus zu neuem Leben erweckt. 
So kam es, daß die staatspolitisch eingestellten Patrioten, nämlich die 
sadduzäische Beamtenaristokratie und der Militär stand, auf seiten des 
Aristobulus standen, während die geistlich orientierten Vaterlands 
freunde, also die pharisäische, demokratisch gesinnte Intelligenz und 
der Mittelstand, zu Hyrkan hielten, unter dessen Herrschaft sie das 
während der vorhergehenden Regierung geltende Regierungssystem zu 
erhalten hofften. Der in den Kampf der Parteien aufs engste ver 
flochtene Erbfolgestreit erfuhr bald noch eine weitere Komplikation 
durch den Eintritt großer Veränderungen in der Weltpolitik, die 
schließlich ein überaus trauriges Ende im Gefolge hatten. 
Die von der Partei des Aristobulus vorbereitete Staatsumwälzung 
ereignete sich unmittelbar nach dem Tode der Königin Salome. Kaum
	        
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