32
zuführen, halte ich der Sache wegen und auch in R i k l i' s eigenem Interesse
für nicht opportun, denn er würde dann noch derber abgetrumpft (nicht
angegriffen!) werden, da' Viele über sein perfides Gebühren ganz ent-
rüstet sind. Von einem „Kampfe" kann hier vollends gar nicht die
Rede sein, sondern blos von einem Meinungs-Austausch! Wie ich
ferner schon in Nr. 6 mitgetheilt habe, ist mir die Aufnahme des ersten
Rikli'schen Artikels von Einigen sehr verübelt worden, weil er dem Vegetaria
nismus einen argen Stoß gegeben und viele Neulinge und Schwache eben
falls zum Abfall veranlassen dürfte, welche Ansicht ich aber unrichtig finde,
denn gerade das Gegentheil wird aus diesen beiderseitigen Erörterungen her
vorgehen , da etwas Gutes und Wahres eine Discussion ja nicht z«
scheuen hat, nur siegreich daraus hervorgehen muß. In Nr. 5—7 vom
vor. Jahr ist nun aber das Thema „üble Folgen der Vegetabil
diät" so genügend für und wider besprochen worden, daß ich schon einen
später eingelaufenen längeren Artikel „Ringer eontra Rikli" nicht mehr
aufgenommen habe, welcher dann in der „Zeitschrift des Stammvereins" zum
Abdruck gelangte, welche Handlungsweise schon für mich und gegen Nikli
spricht, da Herr Ringer den Renegaten darin keineswegs schont! Somit glaube
ich alle Billigdenkenden gerade recht auf m einer Seite zu sehen und höre
im Geiste mir von allen Seiten ein Bravo zurufen! Gustav Wolbold.
Inserate.
Ludwig Hahn hat den Besitz und Betrieb der „ObernWaid" seit 1. Januar d. I.
abgetreten und sind Briefe, Anfragen und Anmeldungen, die Heilanstalt „Obere Waid"
betr., von nun an wieder an ihren ärztlichen Dirigenten, Theodor Hahn, zu richten.
J. Butterbrodt zu Hildesheim (Hannover)
versendet seine Preisliste (12 Seiten) für 1879/80 über Gemüse- und Blumen-Samen,
sowie über Obst- und Wildbäume, Sträucher, Rosen re. auf Verlangen gratis.
Züchterei und Handlung en gros und en detail; Special-Cultur der edelsten Runkel-
und Zuckerrüben - Sorten.
Neue Kaltwasser - Heil-Anstalt in Böhmen.
Der Besitzer des Cur-- und Badeortes Gichhübel-Puchstein bei Carlsbad, K. Rath
Heim*. Mattoni, beabsichtigt seine daselbst neuerbaute, allen Anforderungen des gegen
wärtigen Standpunktes der Wissenschaft entsprechende Kaltwasserheil - Anstalt von Ostern a. c.
an an eine bewährte medizinische Kraft zum selbstständigen Betriebe gegen
Vertrag zu überlassen. Dem Uebernehmer, welcher den medizinischen voetorgrad be
sitzen muß, dürften ohne Zweifel auch die Functionen des Curdirectors und dirigiren-
den Brunnenarztes in G i e ß h ü b e l - P u ch st e i n mit übertragen werden.
Ein Vegetarianer, Israelit, Kaufmann, 34 Jahre alt, Domizil Wien, wünscht
ein häuslich gut erzogenes, nicht ungebildetes Mädchen zu ehelichen, das entweder schon
vegetarianisch lebt oder geneigt ist, diese Lebensweise anzunehmen und im Alter von
18—22 Jahren steht. Briefe unter „Vegetarianer" beliebe man an die Expedition
zw richten.
Ein Mädchen, welches die v e g e t a r i a n i s ch e Küche versteht, selbst diese Lebens
weise gewöhnt und auch in häuslichen und Handarbeiten geübt ist, findet zum 2. April d. I.
einen guten Dienst bei zwei Leuten. Näheres bei Weihnacht in Berlin 8.0., Elisabeth-Ufer 1,1.
Verantwortlicher Redacteur, Herausgeber und Verleger: G u st a v Wolbold in Dresden,
Rosenstraße Nr. 34, III. E. — Druck von Julius Reichel in Dresden.
Ausgegeben am 25. Februar. Mit liter. Beilage I.