Volltext: Douaumont [1] (Band 1/1925)

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Schluchten machte vor nichts halt, nicht vor Kleidern und Waffen, 
nicht vor der Nahrung und nicht vor den Gesichtern. Es drang 
auch in die stumpf gewordenen Seelen. Da waren Tausende, 
denen kein Geschehen mehr eine innere Bewegung zu wecken ver- 
mochte. . . . 
* * * 
Jener Mai vor Verdun aus dem Jahre 1916 war für mancher 
Mutter Sohn der erste, in dem er keine Blumen sah, und der letzte 
für manchen, der im ganzen Leben noch keinen rechten Mai erlebt. 
Der Eindruck der furchtbaren Nacht im Fort vom 7. auf den 8. Mai 
legte sich wie ein schweres Gewicht auf die Truppen des ganzen 
Abschnitts. Die durchs Fort kamen, sahen die trostlose Verwüstung 
und die bleichen Gesichter derer, die es miterlebt, sahen die Pioniere 
bei ihrer Arbeit, die Toten zu bestatten, rochen die pulver- und 
brandgefüllte Luft und glitschten in den Blutlachen der dunkelen 
Gänge aus. Die draußen in den Trichtern erfuhren es von Mund 
Zu Mund. Die harten Einschläge der schweren französischen Kaliber, 
das peitschende Aufschlagen der Feldartillerie und das helle 
Knattern der Maschinengewehre sangen ihre eindrucksvolle Be- 
gleitmusik dazu. . . . 
Die taktische Lage aber erforderte eine Wiederholung des am 
7. Mai mißlungenen Angriffs der 19. Reserve- und 3. Infanterie- 
Division auf die Thiaumont-Ferme und im Abschnitt südlich des 
Douaumont. Er wurde auf den 12. Mai angesetzt. Die 5. (Generallt. 
Wichura) sollte westlich und südlich des Forts Raum gewinnen, die 
19. (Generallt. v. B a h r f e l d t) als rechte und die 6. Division 
(Generallt. Herhudt v. Rohden) als linke Nachbartruppe 
hatten sich im Falle des Gelingens am folgenden Tage dem Angriff 
anzuschließen. Als Sturmtruppen stellte die 3. Division das Füs.- 
Batl. Gren.Regt. 12 (Major Kühtz) und das Füs.Batl. Leibgren.- 
Regt. 8 unter Oblt. v. S ch a ck *)bereit. Fünf Stunden lang 
orgelten und krachten am Vormittage des 11. Mai die Mörser 
*) Gefallen im ?uli in der Sommeschlacht. Major Kühtz wurde am 12. ver¬ 
wundet, blieb aber bis zum 19. bei der Truppe. An diesem Tage übernahm 
Obltn. Boelecke das Füs.Batl.
	        
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