Darum auch euch den Lorbeer, drum auch ihr Ein Borbild uns in hehrster Pflichterfüllung. Nun schlaft in Frieden, den ihr euch gewonnen. Das Regiment, dem ihr so treu gedient, Die Kameraden, die mit euch gekämpft, Sie werden euer Grab mit Liebe umhegen. Schlaft wohl. — Und tobt auch über euren Häuptern Der heiße Kampf um Österreichs Freiheit weiter. Einst bricht ein heller Morgen leuchtend an, Da steigt im Sonnenglanz die neue Welt, Die Welt des Friedens leuchtend aus den Wolken. Die Glocken klingen aller Orten: Friede — Und eure Gräber sind zum Heiligtum Des weiten, freien Vaterlands geworden. Dann nahm Feldkurat Probst Wilhelm Wester die feierliche Einsegnung der in Särgen in den noch offenen Gräbern ruhenden ^sterblichen Hüllen der 38 treuen Kameraden, die in glücklicher Weih ­ nachtsstimmung so unverhofft das Leben lassen mußten, vor. Die Italiener hatten eine Feuerpause gemacht. Heute ruhen alle die Opfer des Abschnittes Planina za Grebenom (Hochlinz) im Ortsfriedhofe von Soöa, wohin sie pietätvoll nach dem Kriege über ­ tragen wurden. Das Ende des Jahres 1915 hatte dem Regiment arg mitgespielt, doch der Soldat darf niemals kopfhängerisch werden. Hoffnungsvoll ward der Blick auf das neue Jahr gerichtet. Anklingend verfaßte Grohmann folgendes Gedicht: Im Lager der 2. Kompagnie unterhalb und rechts 1776. Teufelsfelsen (Kote 1776). Was ragt dort so trotzig empor zur Höh' Mit Zinnen und Türmen, gekrönt von Schnee? Der Teufelsfelsen, der mächtige Turm, Der trotzet dem Feind, der trotzet dem Sturm. Und wer klebte dort oben, in Eis gebannt Winzige Hütten an ragende Wand? Wer horstet dort oben bei Aar und Weih? LJR zwei! Vom Wälschland kam der Verräter her: „Nun Österreich — die Küste, dein offenes Meer, Das gib uns willig, eh' du gezwungen. Du bist ja ringsum von Feinden umrungen. Und sieh, schon brechen die Feinde herein, Die Feuer glühn auf in blutrotem Schein." Da steigt es die mächtigen Berge empor Und fügt sich zur Mauer, Korps an Korps Und mit den andern zur Hilfe herbei Kommen auch wir, LJR zwei. Nun stehnswir hier, an die Felsen geschmiedet, Zu unsern Füßen der Nebel siedet Da braust es einher wie Wetterschlag, Wie Stöhnen der Erde am jüngsten Tag. Da gellt ein Schrei wie aus Todesnot: „Zu Hilfe — zu Hilfe!" der weiße Tod. Uns gellt zu tiefst in die Herzen der Schrei: „Es sind unsere Brüder — LIN zwei".