109 fährdesten unserer Stellung, da der Feind von der Vrata unschwer auf die Rückfallskuppe und von hier ohne natürliches Hindernis gu den Stellungen nieder ­ steigen kann. Ein besonders starker Ausbau der Stel- lung war also notwendig. Der Kommandant des Abschnittes, Oberleutnant Arnreiter, hat den Abschnitt in drei Reviere geteilt. Von seiner Hütte aus gelangt man steil aufsteigend zu einem Laufgraben, der durch ein Latschenfeld zum Revier 3 führt. Dieses lehnt sich mit den: linken Flügel an den Adlerhorst an und hält mit den auf demselben aufgestellten Posten Verbindung. Die Dek- kungen des Revieres find aus Sandsäcken hoch aufge ­ baut und derart angelegt, daß die einzelnen Abschnitte einander flankieren. Ein Drahtverhau aus fpanischen Reitern sichert den Abschnitt. Im Latschenfelde davor liegen Fallschlingen. Der Laufgraben führt hinter den Deckungen des Reviers entlang zum Revier 2. Dieses beginnt jenseits des Lawinengrabens mit einem großen Rondell, das nach drei Seiten Ausschuß gewährt. An dieses schließen sich kleinere Deckungen an. Wieder den Graben be ­ nützend, der an vielen Stellen eingedeckt ist, erreichen wir das Revier 1, den höchstgelegenen Teil der Stel ­ lung. Die Felsmauern, welche die Deckungen dieses Reviers tragen, steigen senkrecht aus einem Schnee- felde empor. Wieder springt ein mächtiges Rondell hervor und ermöglicht eine Flankierung nach beiden Seiten. Vom Schneefelde führt eine tiefe Schlucht zwischen der Kanonenhöhe und den Stellungen des Reviers 1 durch. Hier könnte dem Feind ein Durch ­ bruch gelingen, daher liegt auf jeder Seite der Schlucht ein Blockhaus, dessen Schießscharten die Be ­ streichung der Schlucht ermöglichen. Knapp vor den Kampfdeckungen läuft der ganzen Front entlang ein Verhau von spanischen Reitern. Etwa 50 Schritte davor wurde ein hohes, dreireihiges Drahtverhau angelegt. Tretminen sichern das Vor ­ terrain. Hinter jedem Revier liegt gedeckt ein großes Blockhaus für die Mannschaft und eine kleine Deckung für die Zugskommandanten. Hinter der Felswand, welche die Hütte des Kompagniekommandanten deckt, bergen sich auch zwei große Reservebaracken und ein Berpflegsdepot. Tiefer unten liegt am Westabhang der Kanonenhöhe die Küche und der Kompagniehilfsplatz. Der Winter mit seinen Lawinenstürzen zwang dazu, den größten Teil dieser Stellung aufzugeben. Nur das Revier 1, das sich an die Kanonenhöhe an ­ lehnt, wird gehalten und dort Flankierungsanlagen ausgebaut, so daß durch diesen Stützpunkt und die flankierenden Basteien, dem Feinde auch im Winter der Weg gesperrt ist. Vom Adlerhorst zum Velki LemeL. Am rechten Flügel der 5. Kompagnie sperrt die am weitesten vorgeschobene Bastei unserer Stellung, der A d l e r h o r st, den Talgrund ab. Von ihm aus über ­ blickt man tief unten die Stellungen der 5. Kompagnie. Das Terrain bietet ein eigenartiges Bild. Man glanbt ein wogendes Meer zu sehen, dessen Wellen in Schaum ­ kronen aufschlagen, fühlt sich selber von der mächtig ­ sten Welle emporgehoben und gegen die Felswand der Vrata geworfen — und in diesem Augenblicke erstarrt das Meer zu Stein. Die Wogentürme werden zu Felsblöcken, die abfließenden Täler zu Schutt- und Schneegerinnsel und die Woge, die uns trägt, wird zur steilen Klippe, die sich mit einen: Gewirr durch- einand gewürfelter Felsen an die Vrata anlehnt. Ein wildzerrissener Fels, -einer Ruine ähnlich, springt über den Rand der Kuppe empor, dahinter steigt die Steil ­ wand der Vrata auf, der ein breiter Rücken vorge ­ lagert ist. Von ihm aus könnten feindliche Patrouillen auf den Adlerhorst gelangen und von dort unsere ganze:: Stellungen mit Feuer überschütten. Daher die starke Befestigung des Adlerhorstes, der nicht nur ein notwendiger Sicherungsposten, sondern auch eine wirk ­ same flankierende Anlage ist, welche sowohl nach der 6. Kompagnie als auch nach der Tiefenstellung der 5. Kompagnie, und dem Potoeesattel auswirken kann. Die Befestigungsanlagen säumen die Kuppe derart, daß die Schießscharten der Deckungen nach rechts und links talwärts gerichtet sind. Um die Deckungen läuft ein Drahtverhau, durch das ein Weg zu einer weit vorgeschobenen Feldwache führt. Die Feldwache birgt sich hinter einem Felsblock und ist gegen einen Über ­ fall auch im Rücken durch Drahtverhaue geschützt. Hinter dieser flankierenden Stellung ist noch eine zweite, als Winterstellung gedachte Kampflinie aus ­ gebaut. Sie überquert die Kuppe, zwei Felsblöcke als Stützpunkte benützend. Die Sommerstellung ist Winters über nur durch 3 Posten besetzt. Die Kuppe wird besetzt durch eine Offiziersfeld ­ wache, welche alle 24 Stunden abgelöst wird. Sie be ­ steht aus dem Kon:mandauten, einem Schwarm, einer Telephonpatrouille und zwei Blesfierlenträgern. Die Deckung für diese Besatzung liegt 20 Schritt hinter der Feuerlinie, durch Felsen gegen Sicht geschützt. Eine große Holzbaracke gibt Raum für 20 Mann, daneben liegt die Hütte der Telephonpatrouille. Die Hütten, die vom Vrsie her eingesehen sind, umschließt rechts und vorne eine Mauer, die rechts eine Stärke von 3 Meter hat, also gegen die kleinen Gebirgsgeschütze absolute Sicherheit bietet. Am Fuße des Adlerhorstes beginnen die Stellungen des 1. Zuges, der mit seinem linken Flügel den zweiten Zug flankiert. Wuchtig aufstrebende Fels ­ blöcke, als hätten sie Cyklopenhände von den Wänden der Vrata geschleudert, liegen rmrher, zwischen ihnen