108 Mandant Oberleutnant Demmer, besetzt ist. Einer Ba- saltkuppe gleich, von mächtigen, steilaufsteigenden S'äulenbündeln getragen, steigt diese Höhe trotzig aus einem Moränengrunde auf. Feindselig kehrt sie gerade uns ihre Steinwände zu, aber unseren Pionieren (Bauleiter Fähnrich Wagner) gelang es dennoch, der oft senkrecht abstürzenden Rückwand einen Weg abzu ­ zwingen, der, jedes Felsband und jede Furche im Boden erfassend, in kurzen, steilen Serpentinen zur Höhe führt. Unterhalb der Kuppe springt links eine Felsstufe vor. Man steht gegen den Feind gedeckt wie auf einem Aussichtsplateau. Ties unten schlängelt sich eine schwarze Linie durch den Schnee, das Drahtverhau der 6. Kompagnie. Kühn steigt der Adlerhorst auf, an seinem Fuße überblicken wir die Stellung der 6. Kom ­ pagnie und von hier gleitet der Blick über den Potoee- sattel und das Gebiet der Vrata. Hier hat das erste Geschütz der bei dem Regimente eingeteilten Batterie 5 des Gebirgs-Artillerie-Regiments Nr. 3 Aufstellung. Durch eine Felswand, die wie eine schützende Kulisse vorgeschoben ist, wird eben ein 6 Meter langer, waag ­ rechter Stollen gebrochen, der dem Geschütze als Stand ­ ort dienen soll. Im Schutze der Felswand steht die Baracke der Bedienungsmannschaft und die Hütte des Kommandanten der Artilleriestellung Oberleutnant Hirnschall. Von der Hütte steigt man steil auf und gelangt, etwa 40 Meter höher zu eiger zweiten, nach rechts gekehrten Felsplatte. Hier steht neben einem 8 Meter langen, schräg aufwärtsführenden Stollen, der beinahe fertig ist, das zweite Geschütz. Beide Ge ­ schütze haben sich bei den Angriffsversuchen der Ita ­ liener am 20. Juli und 13. September glänzend be ­ währt. Von der Artilleriestellung führt der Weg im Schutze einer langen Steinriegelmauer empor zur Höhe. Die rückwärts abfallende Felswand bildet eine aufsteigende Mulde, in die sich das Lager schmiegt. Es besteht aus zwei Blockhäusern für je 60 Mann, einer Küche und einem Verpflegsdepot. In einer Kaverne liegt die Offiziersdeckung. Die Feuerstellung, die wie das Lager von Oberleutnant Demmer ausgebaut wurde, schützt die Stirnseite der Höhe, da die Steil ­ wände rechts und links eine Verteidigung erübrigen. Nahe dem Lager beginnt ein 100 Schritt langer Lauf ­ graben, der teils eingemeißelt, teils aus dicken Mauern gebildet ist. An einem Felsloche vorbei, in dem eine Hütte für die Bereitschaft steht, führt der Graben in die Deckungen, die an der rechten Steil ­ wand beginnen. Von hier aus kann die große Tal ­ sperre flankierend bestrichen werden. Der Laufgraben biegt nun nach links ab und führt zu einem dem Graben eingefügten Wachhause für 16 Mann. Das Wachhaus durchschreitend, gelangt man durch die jen ­ seitige Tür sofort wieder in den Graben, der zum linken Flügel der Deckungen führt. Von hier aus ist eine Flankierung der linksseitigen Stellungen möglich. Nach rechts vorne, in der Richtung gegen den Vrsieabschnitt hat die Kanonenhöhe keinen Steilab ­ sturz. Wie eine Riesentreppe bauen sich dort wuchtige Felsmassen auf, dem Feinde die einzige Möglichkeit zum Angriffe bietend, darum schützt diese Seite eine Reihe von Deckungen und ein starkes Drahtverhau. Ein Maschinengewehr bestreicht die Flügel, im Zen ­ trum der Stellung ist ein Scheinwerfer eingebaut. Eine vorgeschobene Feldwache sichert gegen Kote 1960 hin. Die sogenannte große Talsperre liegt ein ­ gebettet zwischen den Steilwänden der Johnhöhe und der Kanonenhöhe. Die Senke zwischen beiden sperrt ein Felsenwall, der wenig steil feindwärts abfällt, aber in jähem Abfall gegen die eigene Seite in die Tiefe stürzt. Hart an der Wand der Johnhöhe läßt der Wald ein Tor frei. Ein Lawinenfeld wälzt dort seine Schot ­ termassen talwärts. Hinter dem Felsenwalle, jedoch hoch über den Lawinengang birgt sich das Lager, das aus einer Offiziersbaracke und drei Mannschaftshütten besteht. Etwas tiefer liegt ein Verpflegsdepot, die Küche und eine Reservedeckung. Auf Leiterwegen, die mit Drahtseilen versichert sind, erklimmt man die Höhe des Walles. Hier bietet sich nun folgendes Bild: Ein Hügel, mit pitoresken Felsgruppen bedeckt, senkt sich nach beiden Seiten und bildet mit den Steilwänden Gräben. Aus dem Mo ­ ränengrunde erhebt sich der Hügel gerade hoch genug, um an seinen Felsen die Lawinen sich brechen zu lassen, die dann den Weg durch die Gräben nehmen. Den Hügel schließen halbkreisförmig die niederen, durch Steinmauern verbundenen Deckungen ab. Die Anlage im Halbkreis ermöglicht eine Sicherung der Gräben durch Flankenfeuer. Den linken Graben sperrt wie ein kleines Fort eine isolierte Felsmasse. Hinter ihr steht die Deckung für eine Feldwache, welche von einem Schwarm bezogen wird. Den Graben sperrt ein doppeltes Drahtverhau ab, vor dem ein Minen ­ feld liegt. Wo das Drahtverhau an den Hang der Ka ­ nonenhöhe anschließt steht ein Horchposten. Patrouillen durchstreifen beständig das Vorterrain. Die Talsperre schützt zugleich als Vorwerk die Treppe der Kanonen ­ höhe, der sie vorgelagert ist. Stellungen der 6. Kompagnie. Bon einer Rückfallskuppe der Vrata flutet ein graues Moränenfeld wuchtig in die Tiefe. Die Mitte desselben nimmt ein Lawinengang ein, der von kleinem Schotter bedeckt ist, ein Zeugnis für die zermalmende Kraft der Schneemassen. Zu beiden Seiten heben sich größere Felsblöcke, zwischen denen sich dunkle Knie ­ föhren herausringen. Die beiden mächtigen Basteien der Kanonenhöhe und des „Adlerhorstes" flankieren den Graben. Quer über denselben spannen sich die Kampfstellungen der 6. Kompagnie. Sie sind die ge ­