106 riesige Raubvogelhorste im Gestein kleben. Sie bilde:: den rechten Flügel der 8. Kompagnie, Zug Nans- mayer. Als unser Regiment die Stellungen übernahm, befand sich die Verteidigungslinie weiter rückwärts, der Raum des heutigen rechten Flügels war unbesetzt. Unter der Leitung des Kompagniekommandanten Leutnant Pilz und des Abschnittskommandanten Fähnrich Ransmaher wurde zunächst die Kampfstel ­ lung in die heutige Linie vorgelegt und nach rechts erweitert. Noch aber blieb eine senkrecht aufsteigende Felsenhöhe unbesetzt. Ein Patrouillgang, den Fähnrich Ransmaher unternahm, um die Verbindung mit der linken Feldwache der 3. Kompagnie herzustellen, zeigte, daß zwischen beiden Kompagnien zirka 300 Schritte unbesetzt waren und daß es viel leichter möglich war, von feindlicher, als von eigener Seite den Felsen zu ersteigen. Die Gefahr eines Durchbruches war damit gegeben. Als nun anfangs September die Italiener am Fuße des Vrsie 200 Schritt von den gefährdeten Felshängen entfernt, eine Sandsackdeckung bauten, er ­ gab sich die zwingende Notwendiglkeit die Höhe zu besetzen. An den oft senkrechten, von dichtem Latschen ­ gestrüpp umwachsenen Wänden, wurde ein Weg ge ­ baut, der mit zu den kühnsten Anlagen unserer Stel ­ lung gehört. Senkrechte Leitern kleben am Gewände, Stufenwege führen in engen Kaminen empor, schmale Felsbänder stellen die Verbindung her, alles mit Stricken und Drahtseilen wohl gesichert. Auf der höch ­ sten Kuppe befindet sich heute die rechte Feldwache der Kompagnie, die mit dem Teufelsfelsen Verbindung hält. Die Besatzung (1 Schwarm) ist in vier heizbaren Steindeckungen untergebracht, die innen mit Brettern verschalt sind und verschließbare Schießscharten haben. Die Deckungen sind geschützt durch ein Stacheldraht ­ verhau und eine Kette von Tretminen. Dieser Schutz ist hier notwendig, da, wie bereits betont, ein Er ­ steigen der Felsen von feindlicher Seite nicht schwierig ist. Den Hang herab ziehen sich 7 Deckungen. Eine feindliche Annäherung ist hier nur an einer Stelle möglich, wo ein breites Band sich gegen unsere Dek- kungen erstreckt. Hier Wehrt ein Drahtverhau einen Einbruch ab. Die nächsten Deckungen durchziehen eine kleine Felsmulde. Hohe Schneemauern schützen gegen Sicht, ein Drahtverhau, durch Tretminen verstärkt, sperrt auch hier die gefährliche Stelle. Aus der Mulde steigen die Deckungen einen Hügel empor, der eine große, mit drei Schießscharten versehene Maschinen- gewehrdeckung trägt. Vor dieser liegt ein eingebauter Scheinwerfer. Der nächstanschließende Abschnitt des Oberleut ­ nants Reiner zeigt zunächst fünf am Hange des Hü ­ gels äbwärtsziehende Deckungen, dann umkreist die Stellung einen zweiten Felsbuckel, der eine gute Über ­ sicht über die 12. Kompagnie, vor allem über die kleine Talsperre und die Johnhöhe ermöglicht. Daher ist hier ein Beobachterstand eingebaut. Dieser bastei ­ artig vorstehende Hügel trägt an seinem Südostab- hange eine Flankierungsanlage, eine Steinmauer mit 16 Schießscharten, von welcher aus Feuerwirkung gegen den links anschließenden Zug Eder möglich ist. Längs des ganzen Abschnittes Reiner führt ein ge ­ deckter Gang. Der linke Flügelzug, Zug Leutnant Eder, erscheint gefährdet durch einen Angriff, der seinen Weg über die Sandmure rechts von I960 herabnimmt und zum Durchbruchsversuch die Mulde zwischen den Abschnitten Reiner und Eder ausersieht. Daher ist diese Mulde geschützt durch ein doppeltes Drahtverhau. Die vorletzte Deckung des Zuges Eder beherbergt ein Maschinen ­ gewehr. Auf steilabsteigenden Wegen gelangt man zur Ko ­ lonie unterm „Teufelsfelsen", der Hütte des Kom ­ pagniekommandanten, die hinter einer schützenden Felswand liegt. Noch weiter unten, am Beginn einer Schutthalde, befindet sich ein geräumiges Verpflegs- depot, die Küche und eine Mannschaftsdeckung. Von hier führt der Weg an der Reservestellung des zweiten Halbzugs der 10. Kompagnie vorbei zu den Stellungen der 12. Kompagnie. Um den Ausbau der Stellungen haben sich außer Leutnant Pilz und Fähnrich Ransmaher die Kom ­ pagniekommandanten Oberleutnant Holüb und Haupt ­ mann Balar verdient gemacht. Kompagniekommandant ist gegenwärtig Hauptmann Lischke. Stellungen der 12. Kompagnie. Die Kampfstellungen der 12. Kompagnie schließen, nur durch einen wenig tiefen Felsspalt getrennt, an den Zug Eder an und erreichen ihren dominierenden Punkt im linken Flügelzug. (Stellung Fähnrich Gais- bauer.) Die Deckungen dieses Zuges beginnen in dem erwähnten Felsspalt und zagen sich früher über den Rücken des Hügels hin, der, wildzerklüftet, feindwärts jäh in die Tiefe stürzt. Die verheerende Wirkung des feindlichen Artilleriefeuers und die Notwendigkeit, un ­ eingesehen jeden Punkt der Stellung beziehen zu können, zwangen zur Anlage einer neuen Verteidi ­ gungslinie. Diese, welche um 20 Schritt vorgelegt wurde, umschließt in flachem Bogen den seindwärtigen Hang, wo die Deckungen, die nicht mehr als Sil ­ houetten wirken, sich den Blicken des Gegners fast ganz entziehen. Die Rückseite des Hügels trägt die Deckung des Abschnittskommandanten Fähnrich Gaisbauer. Rechts von der Hütte führt ein Weg wenige Schritte empor zum Eingang eines eingedeckten Laufgrabens, der alle Deckungen der neuen Stellungen verbindet. Der Laufgraben erhebt sich nirgends über das Niveau des Bodens, er ist unter Benützung natürlicher Furchen aus dem Boden herausgesprengt und heraus ­ gegraben. Die mit dem Laufgräben durch gedeckte