103 Stellung während des Sommers dar. Heule ist die Mulde, die vollständig Nberschneit ist, geräumt. Das trotzige Vorwerk aber, die Höhellstellung, ist zur Winterstellung ausgebaut. Aus dem kleinen Plateau iber Feldwache 3 wurde ein großes Bollwerk ge ­ schaffen, eine Arbeit, von deren Größe niemand eine Ahnung hat, der nicht den Bau im Entstehen gesehen. Die Plattform wird gehalten von einer Stützmauer aus Sandsäcken, von denen jeder einzelne gefüllt den Leiterweg emporgetragen wurde. Ungefähr zwanzig Baumstämme sind in die Plattform eingebaut. Sie mußten, wie alles Bauholz, vom Nordostabhange des Lipnik, eine Stunde weit entfernt auf vollkommen ein ­ gesehenem Wege herbeigetragen werden. Um einen Baumstamm herbeizuschaffen, waren vier Männer einen ganzen Tag beschäftigt. Das Plateail ist mit Erde angefüllt, die aus dem Muldengrunde in Zelt ­ blättern heraufgetragen wurde. Der 110 Stufen lange Leiterweg, der zur Platt ­ form führt, ist zur Gänze eingedeckt, so daß man un ­ eingesehen zu dem auf der Plattform erbauten Block- hailse gelangen kann. Das Blockhaus, das schrapnell- sicher eingedeckt ist, gewährt Raum für 20 Mann. Oberhalb des Blockhauses ist eine Sandsackmauer mit 10 Schießscharten. Aus dem Blockhaus führt ein ge ­ deckter Gang zur höchstgelegenen Plattform, dem ehe ­ maligen Tagesstandpunkt. Hier ist heute die Ma ­ schinengewehrdeckung. Zwei Schießscharten ermöglichen das Bestreichen des ganzen Raumes von den Stellun ­ gen der 21er über den Vrsie rücken zur Brücke. Auf der Plattform des früheren fünften Zuges haust nun die Besatzung, ein Schwarm, Fähnrich Roß- manith, eine Halbe Maschinengewehrabteilung, Offi ­ ziers-Stellvertreter Heger, und der Sanitätsfähnrich Feder mit der Sanitätspatrouille. Auf dem Wege zur ehemaligen Feldwache 1 wird eine Kaverne gesprengt, in der 20 Mann Raum finden sollen. Die Stellung Neu m a n n war das Spiegelbild der Stellung Buresch. Eingedeckte Unterstände aus Stein- und Sandsackmauern, aus der Tiefe bergan ­ steigend schlossen den linken Teil der Mulde ab; davor starte Drahtverhaue und Minenfelder. Da es die be ­ deutendste Aufgabe dieser Stellung war, einen über die Brücke kommenden Angriff abzuwehren, war gegen die Brücke ein Gebirgsgeschütz gerichtet. Neben dem Geschütz war ein Scheinwerfer eingebaut, dessen Licht ­ kegel Brsiö und Brücke bestrich. Ein daneben einge ­ bautes Maschinengeiwehr konnte sowohl die Brücke, als auch das Vorfeld der 4. Kompagnie unter Feuer nehmen. Dem gleichen Zwecke dienten zwei einge- spannte Gewehre für Gewehrgranaten. Ein vorge ­ schobener Wachposten hatte sein Augenmerk besonders auf den Vrsie zu richten. Der untere Teil der Stel ­ lung ist heute geräumt. Der obere Teil, der sich ben Hang gegen die Brücke hinaus zieht und ein Vorwerk für Kote 1776 bildet, ist von solcher Wichtigkeit, daß er auch über Winter belassen werden mußte. Dieses Vorwerk flankiert nicht nur die Brücke und die Vor ­ stellung von Kote 1776, sondern deckt auch einen von der Kote nicht eingesehenen Raum, der den Feinden als Sammelraum zu einem Angriffe dienen könnte. Das Vorwerk schließt an die Vorstellung von 1776 an und ist durch ein breites Stacholdvahtfeld am linken Flügel geschützt, das noch durch eine Reihe spanischer Reiter verstärkt Ist. Tief unter den Stellungen schmiegt sich das Lager in die Felsen. Es besteht aus 14 Hütten aus Holz- und Steinbau, einer Küche und einem großen Ver- pflegsdepot. Kühne Wege, dem Felsen abgerungen und Felsspalten überbrückend, führen zur Stellung empor, so daß sie im Falle eines Angriffes rasch bezogen werden kann. Der Teufelsfelsen (Kote 1776). Ein kühner Ewigkeitsgedanke wuchtet aus dem Felsengrunde der Teufelsfelsen empor, der zweite Torturm, der unser Festungstor verteidigt. Steil klet ­ tert der Weg in Serpentinen den Hang empor und erklimmt auf halber Höhe den Felsrücken. Rechts vom Wege steigt von steinernem Unterbau ein Obelisk schwarz aus dem blendendweißen Schnee empor, ein Denkmal für die Gefallenen von 1776. Darunter ver ­ schneite Gräber, Kreuze, aus dem Schnee aufragend tragen Kränze aus Föhrenzweigen. Hier ruhen die heldenhaften Verteidiger unserer Felsenburg, die in kühnem Ansturm die verlorene Vorstellung zurückge ­ wannen, oder die im langsamen Kleinkrieg den tückisch dahersausenden Geschossen zum Opfer fielen. Uber dem Gräberfelsen breitet sich ein kleines Plateau aus, künstlich erweitert durch hohe Stütz ­ mauern. Hier erhebt sich ein langgestrecktes Blockhaus, das Raum für 60 Mann bietet, die Untevkunft der Reserve. Gin Stück höher erblickt man wieder ein hochaufgemauertes Plateau. Dort steht angelchnt an den überhängenden Felsen die Küche und links davon ein geräumiges Verpflegsmagazin. Ein drittes Block ­ haus, als Hilfsplatz bestimmt, ist im Bau. Hinter der Küche streben die Felsen steil auf und es bedurfte harter Arbeit, hier Wege zu bahnen. Der kühnste Weg führt von der Küche rechts um einen Felsrücken und frißt sich dann in eine senkrechte Fels ­ wand ein. Ein natürlicher Spalt, von Felsen über ­ dacht, gab zunächst dem Wege Raum, dann aber mußte Meißel und Steinhammer nachhelfen und endlich durch zahlreiche Sprengungen eine Galerie gebrochen werden. Heute führen behauene Stufen empor und ein Drahtseilgeländer sichert den Pfad, von dem aus man senkrecht in die Tiefe blickt. Abermals biegt der Pfad um einen Felsrücken und birgt sich, rechts vom Vrsie her durch feindliches Feuer bedroht, hinter einer hohen Steinriegelmauer, in deren