95 Durch viele Wochen mußte die Talreserve, zu der Hauptmann Aspöck zur Organisierung des Träger ­ dienstes in das Lepenjetal befohlen worden war, die notwendigen Bretter in die Höhenstellung schleppen. Das Kommando des linken Flügelabschnittes hatte am 25. Oktober Major Damaschka übernommen. Jeder Unterabschnitt erbaute sich nun seine Hilfsplatzhütte. Im ersten Drittel des Aufstieges zum Regimentskommando wurde der sogenannte Berghilfsplatz des Oberarztes Dr. Franz Kröll ausgebaut, beim Regimentskommando eine Hilfsplatzhütte aufgestellt und später noch ein Hilfsplatz des Regiments im Tale. Der Regimentschefarzt Dr. Richard Jenny, zumeist begleitet vom Feldkuraten, Chorherrn Josef Ettlmaier, besuchte täglich die Mithelfer im ärztlichen Dienst, Assistenzarzt Dr. Zillig und Dr. Weiner und oft die Kämpfer in der vordersten Linie; sie waren die besten Touristen des Regiments. Hochlinz, wie es im März 1916 aussah. Standort des Regimentskommandos. Eine Röhrenanlage vom oberen Lepenjebach zum Regimentskommando mit einem Pumpwerk, nach den Plänen des Jngenieurleutnants Anton Dollenz und unter seiner Leitung ausgeführt, erleichterte bald die Wasserversorgung. Zur Ansammlung von Vorräten für den Winter, im Falle durch Verschneiung, Verkehrshemmungen den Nachschub ausschließen sollten, wurden an geeigneten Punkten der Stellung Depots errichtet. Zuletzt durften die Kommandanten daran denken, auch ihren Unterschlupf wohnlich zu gestalten. Die primitiven Wege wurden verbessert und teilweise umgelegt, dazu neue Wege angelegt. Leutnant Wagner, Kommandant der Regimentspionierabteilung, bewährte sich dabei außerordentlich und die Arbeiter ­ abteilungen Nr. 52/bhl, 14/bh2, 103/bh 4, 201/L4, 253/L 6 und 251/Lst6, leisteten Großartiges. Durch ein vielverzweigtes Telephonnetz stand das Regimentskommando mit allen Unterabteilungen und wichtigen Punkten in reger Verbindung, wie nachstehende Linien-Skizze zeigt. Als vorzüglicher Verbindungs- Siehe offizier zwischen dem Regimentskommandanten und allen Teilen des Regiments einerseits und mit den vor- nächste Seite, gesetzten Stellen anderseits betägtigte sich mit besonderem Takt und unermüdlich der beim Regimentskommando eingeteilte Leutnant Dr. Ludw. Langoth, was ihm die außertourliche Beförderung zum Oberleutnant eintrug. Bald erleichterte eine Drahtseilbahn den Nachschub, die Errichtung einer Feldbäckerei in 1200 Meter Höhe an der neu angelegten horizontalen Wegstrecke zum Regimentskommando und nicht weit davon die Aufstellung eines Elektromotors, der bis 11 Uhr nachts Licht spendete. Die Hüttenkolonien benannten sich am linken Flügel Ruachnensitz, Granatenhäufel, nach den vielen herumliegenden Sprengstücken, und Hötzendorf; in der Mitte „Hochlinz" das Regimentskommando. bei der Feldbäckerei, wo sich die Wege gabelten, „Hochwegscheid", etwas tiefer, wo die Landsturmarbeiterabtei-