Am 27. Jänner bereiteten sich die Russen mit einem Bataillon zu einem Durchbruch an einer ihnen schwach erscheinenden Stelle des Frontabschnittes der Zweier vor. Das erspähte Oberleutnant Lehner und kurz entschlossen warf er sich tollkühn mit einer halben Kompagnie überraschend in des Feindes Flanke und brachte dadurch derartige Verwirrung und solche Verluste in die feindlichen Reihen, daß viele durch die Flucht ihre Rettung suchten und 169 Mann samt Offizieren die Waffen streckend sich gefangen gaben. Diese wurden mit einigen Mann Bedeckung zum Regimentskommando nach Rybne geschickt. Sich Rybne nähernd, wurden sie für durch die eigene Front gedrungene feindliche Angreifer gehalten und von den ihnen entgegengeworfenen Pionieren und anderen gerade da befindlichen Kämpfern mit Feuer empfangen, bis sich der Irrtum herausstellte, der leider nicht ohne Opfer war. Hauptmann Wilhelm Khistler, der Kommandant des 3. Bataillons, erlitt an diesem Tage eine Ver ­ wundung durch einen Schuß in den Fuß. Kalnica im Jänner 1915. Unaufhörlich starker Schueefall beeinträchtigte die Gefechtstätigkeit durch mangelnde Übersicht und die zumeist tief verschneiten Wege erschwerten den Nachschub der Verpflegung ungemein, so daß die Menage vielfach kalt, mitunter auch gar nicht eintraf. Der Gesundheitszustand war ein besorgniserregender, die Beschuhung zumeist schlecht, so daß viele ununterbrochen nasse Füße hatten und nachdem insbesondere in Cisna die Darm- und Magenkrankheiten neben typhusverdächtigen Fällen sehr überhand genommen hatten, traten jetzt außerdem Bronchialkatarrhe und sonstige Erkrankungen der Luftwege sowie häufige Erfrierungen in Erscheinung. In der Nacht zum 29. Jänner wurde, nachdem die linke Nachbardivision, die 43. Landwehrinfanterie ­ truppendivision, bereits zurückgenommen worden war, auch unsere Brigade zurückbefohlen und das Regiment unbemerkt und unbehelligt vom Feinde in eine Stellung östlich Gorzanka geführt. Die Gefechtspause dauerte nicht lange. Bereits am 30. Jänner setzte um 9 Uhr vormittags wieder das feindliche Artilleriefeuer ein, das einige Zeit uns überschüttete. Es begann von neuem und mit beson ­ derer Heftigkeit am 31. nachmittags, bis sich gegen Abend plötzlich ein lebhaftes Feuergefecht in der rechten Flanke des Regiments entspann, wo die Russen, wie sich bald herausstellte, die Höhe Jaworysz in Besitz genommen und 2 Geschütze erbeutet hatten.