1* I Vorwort Das k. k. Schützenregiment Nr. 2, zu Beginn des Weltkrieges k. k. Landwehrinfanterieregiment Linz Nr. 2 genannt, ein junges Regiment im Vergleiche mit dem Hessenregiment Nr. 14, dem historischen Hans ­ regiment von Linz, und mit dem Rainerregiment Nr. 59, dem oberösterreichisch-salzburgischen Hausregiment von Salzburg, war in der kriegerischen Schulung nicht zurückgeblieben, ja, in der modernen Kriegsaus- rüstung bei Kriegsanfang sogar etwas voraus gewesen, war das Regiment Oberösterreichs, das sich ans allen Teilen des Landes, aus dem Inn-, Hansruck-, Traun- und Mühlviertel ergänzte. Die Begeisterung, von welcher dieses Regiment beseelt war, als es in den Krieg zog, und was es leistete, will seine Geschichte wiedergeben. Treffend hat der seit 1915 beim Regiment eingeteilt gewesene Landstnrmfähnrich Alfred Grohmann die Einschätzung des Regiments und der Landwehr in einem in der Kampfstellung an der Kärtnerfront auf der Planina Zagrebenom (Hochlinz), im Oktober 1915 verfaßten Gedichte zum Ausdruck gebracht. Er selbst fiel bei der Offensive ans Südtirol, beim Angriff auf den Monte Pan am 15. Juni 1916 als einer der Helden des Regiments, dessen Ruhm er in nachfolgendem Gedicht gepriesen: Landwehr. Landwehr? Es ist noch nicht allzulang, Da hatte das Wort einen üblen Klang. Sprach man davon, so dachte man nur: Na, zweite oder dritte Garnitur. lind hatte ein Bürger 'nen Sohn beim Heer, So dachte er stolz: ,,Der ist doch wer!" Und sah bloß über die Achsel an In verschossener Bluse den Landwehrmann. Da kam der Krieg — von Bränden umloht Das alte Reich — von Feinden umdroht. Wer schützt unsere Grenzen? Landwehr herbei! lind die Landwehr kam. Ohne viel Geschrei Tat sie, was schon ihr Name gebot: Sie schützte die Grenzen, wehrte der Not Und wer nicht weiß, was wir getan, Der schau sich die Landwehrgräber an. Bei /urawniki: Ein blutiger Tag Goldrot über den Feldern lag, Wir stürmten gegen das Wäldchen an, Da brachen sie nieder Mann für Mann. Doch unser der Sieg. Der Russe flieht! Wer heute über die Felder zieht, Der sieht ein Kreuz an dem Waldesrand: Die Opfer der Landwehr fürs Vaterland! Bei Grodek bissen wir wieder an. Im Walde von Janüw, bei Rottenhan, Da raste der eiserne Tod vorbei, Da liegen die Gräber in langer Reih. Ein Name ist tief uns eingebrannt: Die blutige Magiera sei euch genannt. Fest stand dort der Feinde wildestem Droh'n Die stolze, die eiserne Division. Wer wars? Landwehr, die den Ehrennamen bekam, Landwehr, die im Sturme die Höhen nahm, Landwehr, die der Karpaten Hänge Schützte durch zahllose Schlachtengänge. Landwehr voran, wo es auch sei! Lemberg befreit — wir waren dabei. Polen erobert — Landwehr geht mit. Rußland hört ihren eisernen Schritt: Landwehr voran in dem ganzen Krieg, Landwehr genannt bei jedem Sieg. Im sonnigen Süden, im kalten Norden Sind Österreichs Völker zur Landwehr geworden. Zur Sonne, du heiliger Doppelaar! Landwehr dein Schirm und dein Kämpfer war.