Fluch des Aberglaubens „fW^ch schätz' ein Wetter heut!" sagte der Bauer Martin Leitengruber zu seiner Bäuerin an einem heiteren Junimorgen, als sie eben beide in das Thor ihres Gehöftes traten. „Ja, es ist kein Zweifel," antwortete die Bäuerin, „die alte Gundel hat's schon die vorige Woche prophe- zeiht, daß wir bald ein Wetter kriegen." „Laß mich mit deiner Gundel," sagte, seine Stirne in Unmuthsfalten legend, Martin; „es ist etwa eine Kunst, nach einer Woche heißer Junitage ein nahes Gewitter zu prophezeihen — das trifft auch der Lipp." „Eh!" krächzte dumm lachend der Lipp, der eben seine Schafe an den beiden vorüber zur Weide trieb. * Der wußte nicht, wovon die Rede war. — „Wenn ich nur früher mein Heu herein hätte," sagte wieder der Bauer, schob seinen Hut auf die Stirne vor und krazte sich hinter den Ohren. „Spanne geschwinde ein, Mich!!" rief er in den Hinterhof zu ­ rück, wo eben der Knecht an der Düngergrube be ­ schäftigt war. „Jesus!" rief entsetzt die Bäuerin, „wir sind ja dem Herrn Pfleger noch eine Fuhre schuldig, und der wollte ja heute die Pferde haben."