8 »habuit hoc cum psalmis commune, quod Religiosos nos suos filios Paterno semper amplexus fit amore. Vir liberalis in hospites, benignus in subditos, mansuetus in hostes, misericors in pauperes, omnibus omnia factus cum magno mundi Apo- stolo.“ ln seinen Tagebüchern schreibt er immer von »meinem lieben Convent", dem er des öfteren Geschenke verehrte vnd Rekreationen am »Ufer« (Erholungsort an den Fischteichen), im »Fasangarten“1 oder im Schlosse Au bei Roitham2 ge¬ stattete, wie sie die damalige Zeit eben liebte. Dafür war ihm aber auch die Liebe und Verehrung seiner Mönche sicher, die ihm stets zum Namenstag ein »Praesent“ verehrten mit der üblichen Gratulation. Ein wahrer und tiefer Schmerz und große Trauer spricht aus dem ganzen Nachruf der Rotel, in wel¬ chem die verwaisten Religiösen den Hingang ihres geliebten Vaters beklagten. Um den Zehent genauer festzusetzen und die ab¬ lieferungspflichtigen Untertanen zu registrieren ließ er für das Stift 1718 ein Urbar anlegen: »Neu-Spezificierte Einlag deß löbl. Stüfft und Gottshaußes Lambach in dem Hauß-Ruckh Viertl dißes Ertzherzogthums Oesterreich ob der Ennß ge¬ legen anno 1718.“ Nach diesem hatte das Dominium Lam¬ bach 10 Wirtschaftsämter, in welche die Abgaben der Ortschaf¬ ten und Höfe von 55 Pfarreien geliefert werden mußten. Gesiegelt, ist dieses Urbar mit dem Stiftssiegel, unterschrieben von Abt Maximilian Pagl, Abt Alexander II. Straßer (1709 — 31) von Kremsmünster, Franz Ferdinand Graf zu Sprinzenstein und von Johann Georg Adam von Hoheneck. Abt Max war sehr religiös. Der Rotelbiograph schreibt von ihm: »floruit ergo Reverendissimus D. D. Maximilianus omni genere virtutum velut exemplar Ordinis nostri; floruit in augmentum divini Cultus Praesul zelosissimus.“ Schon im Jahre 1706 erwarb er für sein Stift die Privilegien der Kas- sinensischen Kongregation quoad spiritualia; er befahl die Feste Commemorationis S. Benedicti et omnium Sanctorum Ordinis nostri mit großer Feierlichkeit zu begehen, er führte das Officium defunctorum am 13. Nov. ein, das Namen-Jesu- fest ließ er von 1706 an II. classis begehen. Die zwei hl. Leiber, den des hl. Maximilianus, Märtyrers aus dem Coemeterium des hl. Cyriakus, und den des hl. Märtyrers Paulinus aus dem Coemeterium des hl. Callistus, ließ er im Jahr 1711 zur Ver¬ ehrung in kostbaren Glasschreinen aussetzen. Er führte das 1 Der Name ist heute noch erhalten für die Gegend, in der die Fasangärten waren. 2 Schloß Au ist dem Stifte unter Abt Maurus Stützinger (1812-1820) ver¬ loren gegangen.