4 Hauptstadt des Landes. In der der Benediktiner-Universität zu Salzburg gehörenden Wallfahrtskirche Maria Plain stiftete er den der hl. Familie geweihten Kapellenaltar1, wogegen er zur Erinnerung an M. Plain das dortige Wallfahrtsbild in etwas freier Nachbildung mit der Ansicht von Lambach mit der Traunbrücke (siehe Abbildung 2) erhielt. An der Uni¬ versität selbst errichtete er 2 Stipendien für Studierende zu je 2000 fl. Sein Nachfolger Abt Severinus Blaß, 1678 — 1705, setzte das begonnene Werk fort. Dieser Prälat erbaute die so¬ genannte Lorettokapelle 1682, die genau dem hl. Hause zu Loretto in Größe, Form und Einrichtung nachgeahmt wurde, und eine Kapelle mit der Gruft für die Patres, die heutige Sakramentskapelle. Ueber diese führte er den Kapitelsaal auf, der erst 1916 mit Fresken vom akademischen Maler Strickner ausgeschmückt wurde. Ferner stammt von diesem Abt der große Bibliothekssaal mit den Fresken aus dem Jahre 1699 und das prachtvolle Marmorportale am Stiftseingange2. Es kann hier aber nicht die Stelle sein, von weiteren Bauten zu sprechen oder gar das Wirken in Erziehung und Unterricht, in der Seelsorge und die Wohlfahrtseinrichtungen des Stiftes Lambach zu schildern; es handelte sich vielmehr darum, einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Stiftes zu gewinnen, um die folgenden Tagebuchblätter eines hervorragenden Abtes wei¬ teren Kreisen verständlicher und interessanter zu gestalten. Der Nachfolger des Abtes Severin Blass’ war Maximilian Pagl, von dem die weiteren Zeilen ausschließlich handeln. Dieser Abt gehört unstreitig mit zu den größten und be¬ rühmtesten Trägern der Inful in der Stiftung St. Adalberos. In jeder Beziehung suchte er seine Abtei zu vergrößern, zu ver¬ schönern und in Ansehen zu bringen, ein Bestreben, das Abt Max von seinen Vorgängern übernommen und was er auch als ein vielseitiger, gelehrter und frommer Mann auszuführen im¬ stande war. „Nichts ließ er unversucht," sagt ein Biograph3 von ihm, „daß er in allem seinen Vorgängern glejch wäre." Geboren wurde Abt Max im nahen, zur Pfarre Lambach gehörigen Orte Stadl, bekannt von den Salzstadeln4 der 1 Diesen Altar arbeitete Thomas Schwanthaler. Das Gemälde verfertigte Niko¬ laus Grabmeier um 250 fl. Die Gesamtkosten des Altares betrugen 515 fl. 19 kr. Siehe näheres darüber Linzer Christi. Kunstblätter 1917, S. 71. 2 Das Portal stammt vom Bildhauer Jakob Auer aus Landeck in Tirol und kostete mit allen Nebenarbeiten 1450 fl. Ueber Jakob Auer siehe: Czerny, Kunst und Kunstgewerbe im Stifte St. Florian. Linz 1886, S. 179 und P. Theodorich Hagn, Kremsmünster S. 56, 3 Pius Schmieder, Breve Chronicon Monasterii Lamb. 1865, S. 41. 4 Leider wurden diese Stadeln im Frühjahr 1916 abgetragen, weil sie über¬ flüssig geworden. Auf der Traun geht kein Salzhandel mehr.