An der Bahnstrecke Linz—Salzburg, 14 km oberhalb der Station Wels, erhebt sich inmitten des freundlichen, 2000 Ein¬ wohner zählenden Marktes gleichen Namens, unterhalb des Zusammenflusses von Traun und Ager, auf einem langge¬ streckten Sandhügel an der Reichsstraße, die Benediktinerabtei U. L. Frau zu Lambach.1 Lambach ist eine Gründung des Bischofs von Würzburg St. Adalbero2 (f 6. Oktober 1090) vom Jahre 1056, in welchem Jahre Bischof Adalbero, als der letzte aus dem Ge- schlechte der Grafen von Wels und Lambach, sein väterliches Erbe den Söhnen des hl. Benediktus übergab. Schon Arnold II., der Vater des hl. Adalbero, hatte um das Jahr 1040 und nach dem Tode seines erstgeborenen, kinderlosen Sohnes Gottfried von Pütten, nachdem sein zweiter Sprosse Adalbero 1045 Bischof von Würzburg geworden war, sein Stammschloß zu Lambach, gemäß dem religiösen Geiste seiner Zeit, zu einer Stiftung für 12 weltliche Kanoniker bestimmt. Als Arnold II. um 1048 starb, verwandelte der hl. Bischof Adalbero das Schloß in eine Benediktinerabtei, berief als ersten Abt Eggebertus mit Mön- 1 Der Ort Lambach wird zum erstenmal im 8. Jahrhundert unter Erzbischof Arno von Salzburg (740 bis 24. Jänner 821) zirka 798 in einer früheren Schenkung eines gewissen Eginolf, Besitzer in Lambach, an St. Peter unter den Salzburger Tra¬ ditionen im Traungau erwähnt. Vergl. W. Hauthaler, Salzburger Urkurtdenbuch I (1910) S. 44; Koch-Sternfeld, Topographische Matrikel, Juvavia (1841) S. 61; J. Lain- precht, Historisch-topographische Matrikel des Landes ob der Enns (Wien 1863), S. 25. - Urkundlich erscheint der Name 821 als Bezeichnung eines Baches (des heutigen Schwaigbaches) „Lampah im Ufgau". Vgl. Oberösterreichisches Urkunden¬ buch I S. 65 N. CVI, und Breve Chronicon Monasterii Lambacensis von Dr. P. Pius Schmieder (1865) S. T. 2 Ueber St. Adalbero siehe P. Pius Schmieder, Argumenta cultus Beati Adal- beronis, Wien 1868 bei Hummel; Derselbe, Leben, Wunder und Verehrung des seli¬ gen Adalbero, S. 12; „Ein Sträußchen Vergißmeinnicht oder Erinnerungen an die große St. Adalberofeier in Lambach", 1885, Kommissionsverlag Haslinger in Linz; „Zum Jubeljahr des 800jährigen Gedächtnisses des glorreichen Hinganges des hl. Be¬ kenners Adalbero", Lambach 1890, Selbstverlag; Ussermann, „Episcopatus Wirce- burgensis", Typis San-Blasianis 1794, S. 49-54; Archiv des historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg 1861, XV. Bd., Heft 2, S. 179-259; Joh. Pet. Lude- wig, Geschicht-Schreiber von dem Bischofthum Wirtzburg,. Frankfurt 1713, S. 480.