— 10 — Sechs Aalkonnets, Wallgeschütze, mit unbeschlagenen Rädern, einstens zur Verteidigung der Stadtmauern bestimmt. Eine Wallbüchse ohne Lafette. Im Schaukasten: Bilder, Drucksachen, Zeit ­ geschichtliches. (Mit diesen Gegenständen wird in mehr ­ wöchentlicher Reihenfolge gewechselt.) Eine äthiopische Zauberrolle auf Pergament, 18. Jahrhundert. Unter den Pulten: Holzformen und, Muster für Spielkartendruck. Alte Werkzeuge. Ansicht der Stadt Ried im Jnnkreise, aus Strohhalmen geklebt. Dritter Saal. Die in diesem Saale nusgestellten Gegenstände stam ­ men fast durchwegs aus dem 1. bis 5. Jahrhunderte n. Chr., zu welcher Zeit an der Stelle der heutigen Stadt die römische Munizipialstadt Ovilava bestanden hatte. Diese Stadt ging in den Stürmen der Völker ­ wanderung zugrunde. Ihre Trümmer wurden alsbald zum Aufbaue eines als Abwehr gegen die vom Osten heranstürmenden Wandervölker dienenden Kastelles ge ­ nannt „Welas" und sodann der mittelalterlichen Stadt Wels verwendet. An vielen Stellen des Stadtgebietes und seiner Umgebung gelangen bei Erdarbeiten römische Fundgegenstände zu Tage. Insbesondere solche aus Gebäuden und gewerblichen Niederlassungen der römisch ­ keltischen Einwohnerschaft, welche sich an Stelle der heutigen inneren Stadt, des k. k. Kreisgerichtsgebäudes und der Ortschaft Aschet (Eisenbahneinschnitt) am rech ­ ten Traunufer befunden hatten, während Begräbnis ­ plätze mit Erd- und Brandgräbern in der Umgebung des Staatsbahnhofes, zwischen diesem und der Stelz- hamerstraße, am Grünbachplatze und in der Nachbar- ortschaft Bernhardin bestanden. Von diesen Fundorten rühren fast sämtliche hier ausgestellte Gegenstände her. Sie wurden im Laufe der letzten zwanzig Jahre -teils von der Gemeinde selbst gelegentlich von Bauführungen oder eigens unternommenen Nachgrabungen gewonnen, teils durch Schenkungen von Freunden des Museums und zum geringsten Teile durch Kauf erworben.