4 garde) zu jener Zeit von einem Herrn von Bülow bewohnt, der dasselbe auch mit einer kleinen Sternwarte (Camera obscura) versehen hatte. Aehnliche Ge ­ bäude mit etwas feudalem Anstrich wa ­ ren noch das „Keferschlöhl", das sogar mit einem unteridischen Gange mit der Ruine Wildenstein in Verbindung gewe ­ sen sein soll (Seeauergütl, heute Pfarr- schlößl, neben der Haushaltungsschule) und das Rosenkranzschlöhl in Rettenbach. Die ältesten Bewohner Ischls hatten in der Rahe oberhalb der Leufelsmühle, am rechten Lraunufer, ihre ersten Häuser, man nannte diese Siedlungsgemeinschast den ,,Fischerzipf"I2) Dies in großen Zü ­ gen jenes verborgene Ischl, welches mit Sommerbeginn 1823 zum Kurort erklärt wurde. Ter neue Kurort bis zu Wirers Lob (1844). 1823 war das Geburtsjahr des Kur ­ ortes IschlIb) Zu Sommerbeginn die ­ ses Jahres wurden von Kurgästen die ersten Bäder gebraucht. Dies war das unbestrittene Werk des damals in Wien schon bekannten Dr. Franz Wirer, der schon in den Jahren 1821 und 1822 bei Vergnügungsreisen durch das Salz ­ kammergut auch Ischl berührt und da ­ bei den dort amtierenden Kammerguts- Sekundar Phtzsikus Dr. Josef Götz ken ­ nen gelernt und erfuhren hatte, daß Dr. Götz im Kreise der Salinenarbeiter mit Solbädern erfolgreiche Kuren zu verzeichnen hatte. Götz war ein umsich ­ tiger Arzt, der mit den neuesten medi ­ zinischen Forschungen aufs Beste ver ­ traut war und mit besonderem Inter ­ esse die Schriften der damals in Mode. stehenden Aerzte Hufeland, Hagelstein, Reil, Lorenzen, Lolberg studierte, welche die ersten Gründer von Solbädern in Deutschland und den umgebenden Ge» bieten waren. Schon ein Jahr vor Wi ­ rers erstem Eintreffen in Ischl hatte Dr. Götz ein kleines Dampfbad errichtet, an welches bald darauf die Erben der Hamp'schen Apotheke auf ihre Kosten eine kleine Badestube anfügten. Diese ganz primitive Badeanstalt (hinter der jetzigen Bank für Oberösterreich und Salzburg) bildete den Keim des im Lau ­ fe eines halben Jahrhunderts zum Welt ­ bad erblühten Ischl. Dorthin waren zwei anscheinend unheilbar erkrankte Salinen ­ arbeiter gebracht worden, welche Götz in der erwärmten Kochsalzsole baden lieh, und siehe, sie wurden durch den Gebrauch dieser Bäder vollkommen ge ­ sund. Aehnliche Versuche machte im be ­ nachbarten Gmunden Dr. Franz von Wolf, der Leibarzt des durch seine Schlachten berühmten Erzherzogs Karl. Die systematischen Darstellungen, die Wolf über die Gmundner und Ischler Erfolge machte, bezeugten, daß die wohl ­ tätigen Wirkungen des Solbades den Gebrauch eines Seebades ersetzen. Als Wirer die Wirkungen dieser Bäder er ­ kannt hatte, faßte er den festen Entschluß, hier im Mittelpunkt des Salzkammer- gutes ein großes Solenbad zu errich ­ ten. Einige Lage nach dem zweiten Auf- enchalt im Jahre 1822 war Wirer mit dem Postwagen in der kaiserlichen Resi ­ denz eingetroffen — der Wiener Arzt vergaß Ischl nicht mehr; schon im Som ­ mer 23 hatte er seine ersten Patienten an Dr. Götz nach Ischl gesandt. Die Bä ­ der bewiesen abermals ihre Heilkraft aus das beste, älnter den 40 Patienten, wel ­ che Wirer geschickt hatte, fiel besonders ein Herr, der ganz von Wunden über ­ sät war, auf, es war Josef Baron von Wenker, der sich nach seiner baldigen Gesundung ein größeres Gebäude im Gries kaufte, welches er etwas verschö ­ nern lieh, und das seit dieser Zeit das „Schlöhl im Erübl" (heute Dr. Landauer) genannt wurde. Wenker wohnte hier bis zu seinem Lode im Jahre 1837. Das Badehäuschen hinter dem Wohnhaus des Dr. Götz erwies sich schon im Jahre 22 als zu klein und auf Veranlassung der Aerzte Dr. Wirer und Dr. Götz errichtete der im Hause Ar. 5 an der Lraun wohnende Salinenkassier Länzl auf eigene Kosten ein Badehaus, welches 25 Badestübchen enthielt (heute Villa Linke-Strnad, und Giselabad). Die Prei ­ se für Wannenbäder waren 14 kr., für Vollbäder 24 kr., für ein Duschbad 40 kr. Das Bad wurde im Sommer 4823 zum ersten Mal in Betrieb gesetzt, und wurde gut besuchtet) Anter den ersten Kurgästen waren bereits vermögende Persönlichkeiten aus der Residenz, die zum Danke ihrer Gesundung dem dama ­ ligen Pfarrer, Kanonikus Anton Leith- ner so große Geldbeträge spendeten, daß es diesem möglich war, die Pfarrkirche am Sandbühel restaurieren zu lassen. Die muldige Wiese am östlichen Abhange der Kirche wurde geebnet, mit einem Holzzaun versehen und mit Kastanien ­ bäumen bepflanzt. In der Kirche selbst wurde ein neuer Holzaltar mit Laber- nakel aufgestellt, der an großen Festta ­ gen mit einer Art Thronhimmel, beste ­ hend au-s rotsamtenen, goldfransigen