(165) ^erfctrtcmfc AKtzrer: f ——'öä«5fös- Er verdient es wohl, der brave, un ­ ermüdliche Mann, der so oft auch diesen Kalender mit Schöpfungen seiner gott ­ begnadeten Feder schmückte, dass wir als schlichtes Immergrün dankbarer Erinnerung nachfolgende kurze Lebensskizze auf sein frisches Grab legen. Ferdinand Zöhrer, katholischer Schrift ­ steller und Buch ­ händler, wurde am 17. Mai 1844 zu Linz geboren. Er ent ­ stammte einer mit Kindern reich geseg ­ neten Bürgerfamilie. Der Vater, der 84jährig starb, hatte noch die denkwürdigen Franzosenzeiten er ­ lebt. Die Mutter war eine schlichte, fromme Bürgersfrau alten Schlages. Unter solchen glücklichen Verhältnissen wuchs Ferdinand auf und heimste frühzeitig so ­ zusagen spielend einen Schatz köstlicher Er ­ innerungen em, den er später verwerten sollte. Indessen blieb auch die Schulbildung nicht zurück; 1850 bis 1856 besuchte er in seiner Vaterstadt die damalige k. k. Normal ­ hauptschule, zu deren besten Schülern er ge ­ hörte und in welcher er das Glück genoss, in Würdigung seines Fleißes und Wohlver ­ haltens aus den Händen des Dichters Adalbert Stifter alljährlich Preisbücher und aus jenen des kaiserlichen Statthalters Eduard Freiherrn Bach die silberne Medaille, eine Stiftung des Diöcesan - Katholikenvereines und ein Sparcassebuch, eine Kaiserin Elisabeth- Stiftung, zu erhalten. 1856 bezog er in Linz das Untergymnasium, welches er 1861 beendete, dann aber widmete er sich, einer Lieblingsneigung folgend, dem Geschäfte des Buchhandels, dem er auch bis zu seinem Lebensende angehörte. Nachdem er mehrere Jahre in Wien im Buchhandel thätig gewesen, gieng er in die Schweiz und wirkte viele Jahre, zuletzt als Abtheilungsleiter der weltbekannten Firma Benziger & Co. in Einsiedeln. Daselbst bot sich ihm trefflich Gelegenheit, die groß ­ artig entwickelte Fremdenindustrie am Vierwaldstättersee kennen zu lernen, welche diesem Lande riesige Summen ein ­ bringt; er machte aber auch die Wahr ­ nehmung, dass es die Literatur in erster Linie gewesen, welcher die Schweiz sozusagen ihren Weltrusund mit diesem den Goldstrom verdankt. Das aber weckte sein Nationalgefühl als Oberösterreicher, denn da er die Schweiz kannte, ward es ihm auch bewusst, dass Oesterreich an den anmuthigsten und großartigsten Naturwundern nicht minder reich sei und so entstand zuerst sein Buch „Tourist auf der Donau", dann sein „Ob der Enns" und nun folgten die vielen Artikel im „Tourist", die er nach angestrengter Geschäftsarbeit in stiller Nachtstunde aus seinen Aufzeichnungen — gratis schrieb. Die Liebe zu seinem Vaterland führte ihn auf das Gebiet der Jugendschriften. Als Buchhändler hatte er genügend Gelegenheit, den ganzen Wust von Jugendschriften, womit Oesterreich vom Auslande aus überschwemmt wird, kennen zu lernen. Nicht etwa, dass es nicht auch treffliche darunter gäbe, aber ein