52 nennen; in jener zur Nothwehr des Stiftes und der Stadt gegen¬ einander; in Passau wegen der Metropolitan-Würde und der Exemption von Salzburg.1) Der Erzbischof Friedrich von Salzburg, welcher Pilgrims Oheim war und diesem noch im jugendlichen Alter schon zum Bisthum Passau verholten hatte, erhob ohne Zweifel beim Papst gegen das Erzbisthum Lorch den entschiedensten Einspruch und brachte auch seinerseits schriftliche, und zwar echte und gütige Beweisstücke bei. Papst Benedikt entschied zu Gunsten des Erz¬ bischofs Friedrich, indem er ihm ausser seiner Metropolitan-Würde auch noch das apostolische Vikariat über ganz Panonien ertheilte.* 2) Am Schlüsse seines Briefes sagt er: „Wer aber immer, sei es durch Freunde oder heimlich durch irgend einen Betrug einen Theil jener Würde erstrebt habe, den entheben wir von dieser Würde, weil wir es für unerlaubt halten, dass irgend ein Bischof ohne Zustimmung seiner ganzen Provinz und seiner Suffragane das Pallium oder irgend ein anderes erzbischöfliches Privilegium vom römischen Bischöfe zu erlangen sucht.“ Offenbar ist diese ganze Bulle, namentlich die letzten Worte, gegen Pilgrim ge¬ richtet. Zwar existirt im Passauer Archive die Abschrift eines zwei¬ ten Schreibens des Papstes Benedikt,3) in welchem an Pilgrim die Metropolitan-Würde in dem gewünschten Umfange feierlich übertragen wird. Allein diess scheint das in Bom durchgefallene Conzept Pilgrims zu sein. Es geschah zu Bom öfters, dass man seine Forderungen formulirt vorlegte und, wenn sie bewilliget waren, in der römischen Kanzlei ausfertigen und durch die päpst¬ liche Unterschrift bestätigen liess. Abschriften der Bullen an Friedrich sind sowohl im Salzburger als im Passauer Archive, während die Abschrift des andern Schreibens an Pilgrim sich nur in Passau gefunden hat. So viel ist gewiss, dass Pilgrim *) Filz, Zeitalter des heil. Rupert 7. Ber. Linz 88, 89. 2) Ludwig, 1. c. II, 350; Kleimayern, Anhang 189. 3) Urkundenbuch 1. c. II, 715—718.